Die Zukunft gestalten

Was sich für Tiere im Jahr 2022 ändern muss

Das Leben mit Corona ist für uns alle schwer. Dennoch darf man auch andere wichtige Anliegen wie den Tierschutz nicht vergessen. Es ist erfreulich, dass der Nationalrat sich im Dezember 2021 mit zentralen Tierschutzthemen beschäftigt hat. Allerdings darf man den Tag nicht vor dem Abend loben! Denn vieles wurde zwar angesprochen und diskutiert, doch noch fehlen teils die nötigen Gesetze, die erst 2022 beschlossen werden sollen. 

Viele Leser, aber auch Tierschutzorganisationen wie „Vier Pfoten“ und die Tierschutz-Ombudsstelle Wien haben uns kontaktiert und waren sich mit ihren Ansichten einig: Die Politik ist gefordert, endlich zu handeln. Das Wohlergehen von Tieren liegt vielen Menschen am Herzen. Sie wollen wissen, was sie tun können, um Verbesserungen zu erwirken.

Der Konsumente entscheidet
Ein wesentlicher Beitrag wäre der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Viele Konsumenten sind heute mehr denn je daran interessiert, wie und wo das Tier gelebt hat, von dem das Fleisch auf dem Teller liegt. Denn der Anteil von Bio- und Tierwohl-Produkten ist noch immer gering. Gerade einmal 4 Prozent macht der Anteil bei Biofleisch aus. Wem also das Wohlergehen von Tieren tatsächlich am Herzen liegt, dem muss auch bewusst sein, dass es solche Produkte nicht zum Billigstpreis gibt.

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Beim Lebensmitteleinkauf scheint dies aber noch nicht zur Gänze angekommen zu sein.

Hannes Royer vom Verein „Land schafft Leben"

Unsere Forderungen
Eine Möglichkeit wäre, weniger, aber dafür qualitativ besseres Fleisch zu kaufen, das man mit gutem Gewissen genießen kann. Die „Krone“ hat die wichtigsten Themen und „größten Baustellen“ im Tierschutz für Sie zusammengefasst. Jetzt liegt der Ball bei den Politikern, die Anliegen der Österreicher ernst zu nehmen und sich für unsere Tiere starkzumachen.

Tiertransporte
Dicht an dicht drängen sich die Tiere. Der Lkw ist so voll beladen, dass es für sie unmöglich ist, sich hinzulegen. Wird eines zu schwach, um zu stehen, und fällt zu Boden, dann wird es von den Artgenossen unweigerlich zu Tode getrampelt. Das Leid bei Tiertransporten wird seit Jahren angeprangert. Es gab viele Lippenbekenntnisse der Politik - doch eine echte Verbesserung lässt bis dato auf sich warten. Auch aus Österreich werden wenige Tage alte Kälber diesen unsäglichen Strapazen ausgesetzt. Wir fordern ein Ende der Lebendtiertransporte in Drittländer und stattdessen den Umstieg auf Kühlwägen der bereits geschlachteten Tiere und vermehrte und strengere Kontrolle aller Tiertransportwägen auf den Autobahnen. Österreichs Tierschutz darf nicht an unseren Außengrenzen enden. Unsere Politiker müssen hier endlich auch auf europäischer Ebene mehr Engagement zeigen!

Welpenhandel und Qualzucht
Das neue Gesetz zur Verhinderung von Qualzucht ist zahnlos! Denn es gibt weder eine genaue Definition noch eine zuständige Behörde für die Kontrolle. Dementsprechend wird sich nichts verbessern. So stieg die Zahl der Bulldoggen mit massiv verkürztem krankhaften Fang allein in Wien seit 2012 um das Dreifache! Die Zucht und der Import von Hunden muss besser und strenger reguliert werden. Auch Käufer solcher Welpen müssen künftig zur Rechenschaft gezogen werden.

Kennzeichnung in der Gastronomie
Jeder Pullover, jede Flasche Wein hat eine Herkunftskennzeichnung. Umso unverständlicher ist, dass dies in der Gastronomie noch immer nicht der Fall ist. Mario Pulker, Sprecher der Wirte, gilt als absoluter Gegner dieser Kennzeichnung. Seltsam, denn viele Wirte gehen diesen Weg bereits freiwillig, weil diese Transparenz für Gäste selbstverständlich sein sollte. So auch Fritz Tösch vom das Fritz im Burgenland, der seine Lieferanten auf der Speisekarte angibt (siehe Bild oben). Wussten Sie, dass nur 10 Prozent des in der Gastro verwendeten Hühnerfleisches aus Österreich stammt? 90 Prozent werden importiert! Das bedeutet Tierleid durch sinnlose und qualvolle Tiertransporte. Und damit auch mehr Emissionen, das schadet dem Klima. Und es bedeutet, dass wir die Wertschöpfung nicht im eigenen Land lassen und unsere Bauern gegen Billigimporte ankämpfen müssen! Die Kennzeichnung ist dementsprechend ein Muss!

Permanente Anbindehaltung
Unfassbar, dass in Österreich noch immer Rinder ihr ganzes Leben an einer Kette fristen müssen. 365 Tage in Jahr haben diese armen Kreaturen keine Möglichkeit, sich zu bewegen. Der Tag, an dem sie zum Schlachthof gebracht werden, ist der einzige, an dem sie einige Schritte tun können. Die Ställe sind alt, die Decken niedrig, und die Tiere stehen eng aneinander. Tausende Rinder leben unter diesen fürchterlichen Bedingungen - oft werden sogar Kälber schon mit dem Tag der Geburt an Ketten gelegt. Seit 1. Jänner 2005 ist die permanente Anbindehaltung verboten. Ab es gibt Ausnahmeregelungen. Und damit muss nun endlich Schluss sein! 17 Jahre Übergangsfrist für eine solche barbarische Tierhaltung sind mehr als genug! Sprengt die Ketten, fordern auch die „Krone“-Leser! Gefragt ist die Politik - allen voran Elisabeth Köstinger und Wolfgang Mückstein.

Mehr Wissen für unsere Kinder
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, dieser Spruch ist uns allen bekannt. Deshalb ist es wichtig, unsere Kinder schon früh mit Wissen über Lebensmittel oder Tierschutz auszustatten. Der Verein „Tierschutz macht Schule“ beschäftigt sich mit den Bedürfnissen von Haustieren bis hin zur richtigen Haltung von Nutztieren. Auf der Homepage gibt es die passenden Unterrichtsmaterialien für jede Altersstufe.

Themen wie Lebensmittelverschwendung, Klimaschutz, gesunde Ernährung bis hin zum Konsum hat der Verein „Land schafft Leben“ für alle Altersstufen aufbereitet. Das Angebot und die Lehrmaterialien dieser beiden Vereine ist vielfältig, mit Pädagogen erarbeitet und perfekt auf jede Altersgruppe abgestimmt. Ein großes Danke für diesen Einsatz, der dazu beitragen wird, dass künftige Erwachsene bewusster mit dieser Welt umgehen werden!

Spendenabsetzbarkeit
Spenden an gemeinnützige, mildtätige Vereine können von der Steuer abgesetzt werden. Doch es gibt eine traurige Ausnahme: Tierschutzorganisationen! Warum dies so ist, kann nicht nachvollzogen werden. Auch unser Verein „Freunde der Tierecke“ ist davon betroffen! Wir unterhalten ein Katzenhaus, verschenken Tonnen an Tierfutter und bezahlen Veterinärkosten von Menschen, die sich diese nicht leisen können. Aufwände für Personal und Büro trägt die „Krone“. Wir fordern eine Änderung dieses Gesetzes.

Maggie Entenfellner
Maggie Entenfellner
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Sonntag, 16. Jänner 2022
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