Sperrmüll-Christbaum

So viel Kunst steckt im Wiener Gemeindebau

Talent und Kreativität sind überall zu finden. Die „Krone“ hat sich in den Wiener Gemeindebauten umgesehen und Bewohner gefunden, die ihre Zeit nicht nur fantasievoll nutzen, sondern anderen damit Freude bereiten oder sogar helfen.

So wie Otto Bauer. Seit 2016 sammelt der ehemalige Kameramann, der im Reumannhof im 5. Bezirk lebt, den achtlos weggeworfenen Sperrmüll im Hof ein und macht daraus mithilfe des Künstlers Dieter Kederst einen Christbaum für die Wohnanlage. „Manchen gefällt er, anderen nicht“, sagt er. Mit dem Kunstprojekt wollen sie die Mieter dazu bewegen, mehr auf die richtige Entsorgung des Mülls zu achten.

Zusammenleben der Kulturen
Conny Schrammel lebt seit 1983 im Gemeindebau. Dort war sie nicht nur im Mieterbeirat aktiv, sondern kümmert sich auch nach wie vor um das harmonische Zusammenleben. Im Jahr 2010 konnte sie einen leeren Raum in der Anlage mieten, den sie seitdem dazu nutzt, den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern - und die verschiedenen Kulturen näher zusammenzubringen - mit Unterstützung von wohnpartner-wien.

„Wir basteln zu Weihnachten, schnitzen Kürbisse zu Halloween. Über die Kinder kommt man nämlich an die Erwachsenen ran“, erzählt sie. Ein Hobby, das nicht nur Conny Schrammel erfüllt, sondern auch die Bewohner. Obwohl es nicht immer leicht ist: „Von manchen werde ich beschimpft, da es leider nicht jedem recht ist, dass ich auf alle Kulturkreise zugehe.“

Gedichte über Saunabesuche
Elfi Heindl ist Hobby-Dichterin - seit 35 Jahren. Damals entdeckte sie durch ein Seminar ihr Talent zum Schreiben. „Ich bin keine Streberin, aber meine Gedichte sind sehr gut“, sagt die 78-Jährige. Fast 100 Gedichte, viele in Mundart, hat sie bislang verfasst. Die liebsten Themen? „Die Teenager-Zeit, Midlife-Crisis, mein erster Urlaub und Besuche in der Sauna.

Ein Hotel für Insekten
Maria Wächter wiederum hat sich den Tieren verschrieben, den ganz kleinen. Seit vier Jahren baut sie Insektenhotels. Die Idee dazu kam ihr durch ihren großen Balkon. „Ich sammle fast alle Materialien in der Natur“, schildert die 62-Jährige. Und das schätzen die Insekten, die mittlerweile dort überwintern und ihre Eier legen.

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