Berichte über Asbestfunde in importiertem Spiel- und Bastelsand sorgen international für Aufsehen – und nun auch in Österreich für politische Konsequenzen. Die Grünen wollen das Thema in der nächsten Plenarsitzung des Nationalrats aufgreifen und fordern strengere Kontrollen sowie mehr Transparenz zum Schutz von Kindern.
Auslöser sind jüngst bekannt gewordene Laborergebnisse aus den Niederlanden. Dort waren in einigen aus China stammenden Spiel- und Bastelprodukten Spuren von Asbest entdeckt worden. Die zuständige Aufsichtsbehörde für Lebensmittel und Waren leitete eine Untersuchung ein. Mit Ergebnissen wird binnen rund zwei Wochen gerechnet, anschließend soll über ein mögliches Verkaufsverbot entschieden werden.
Grüne sehen Behörden gefordert
Die Grünen sehen angesichts der Berichte eine „massive Verunsicherung bei Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen“. Umweltsprecher Lukas Hammer kündigte an, im Nationalrat einen Antrag für mehr Produktsicherheit, Transparenz und besseren Schutz für Kinder einzubringen. Konsumentenschutzsprecherin Alma Zadić fordert „eine sofortige, lückenlose und transparente Information für Eltern, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie deutlich strengere und engmaschige Kontrollen durch Marktüberwachung und Behörden“.
Kinder-, Jugend- und Familiensprecherin Barbara Neßler erwartet sich „dringend strengere Kontrollen“. Hammer kritisierte zudem, es sei „nicht nachvollziehbar, dass es am Arbeitsplatz verbindliche Grenzwerte für eine Asbestbelastung gibt, aber für den Großteil der Bevölkerung gesetzliche Lücken bestehen“.
Ausmaß der Gefahr noch nicht klar
Im Fokus der internationalen Berichte steht Sand für Spieltische und zum Basteln, aber auch sogenannter kinetischer Sand. Ob und in welchem Ausmaß Gesundheitsrisiken für Kinder bestehen, die mit diesen Produkten spielen, ist noch ungeklärt. In Belgien rief die Regierung bereits dazu auf, Verkauf und Gebrauch des betroffenen Sands zu stoppen und warnte Eltern vor möglichen Gefahren.
Zuvor hatte es Berichte über Asbest in Spielsand auch in Australien und Neuseeland gegeben. In den Niederlanden ließ eine Tageszeitung daraufhin Proben untersuchen.
Rückruf auch in Österreich
Auch in Österreich gab es zuletzt einen einschlägigen Rückruf: Die von dem Unternehmen Woolworth angebotenen Spielfiguren „Stretcherz Slammerz“ wurden zurückgerufen. Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden in dem verarbeiteten Sand der Figuren Kontaminierungen festgestellt. Angaben aus Deutschland zufolge, wo die Produkte ebenfalls zurückgerufen wurden, soll die Füllung einzelner Figuren Spuren von Asbest enthalten.
Asbest ist ein Mineral, das aus feinsten Fasern besteht. Diese können bei mechanischer Einwirkung freigesetzt und eingeatmet werden. Gelangen die Fasern in die Lunge, können sie Entzündungen und Vernarbungen – die sogenannte Asbestose – verursachen und das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.
Importierte Billigprodukte immer mehr in Verruf geraten
Die Grünen verweisen darauf, dass die aktuellen Berichte zeigen würden, dass potenziell belastete Spielprodukte über Jahre im Vertrauen auf bestehende Sicherheitsstandards verkauft worden seien. Zudem reihten sich die Vorfälle in die seit Monaten andauernde Debatte über die Sicherheit importierter Billigprodukte ein und unterstrichen die Bedeutung einer konsequenten Marktüberwachung.
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