Trump erklärt Glyphosat zur Chefsache – und macht den umstrittenen Unkrautvernichter zur Frage der nationalen Sicherheit. Während in den USA weiterhin zahlreiche Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurückführen, stellt der Präsident per Verordnung die Produktion des Wirkstoffs unter besonderen Schutz, um die Versorgung der amerikanischen Landwirtschaft zu sichern.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Mittwoch (Ortszeit) eine entsprechende Anordnung. Darin werden elementares Phosphat sowie glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als entscheidend für die nationale Sicherheit und die Lebensmittelsicherheit der Vereinigten Staaten bezeichnet. Ziel sei es, eine ausreichende Produktion sicherzustellen.
Zu den weltweit größten Herstellern von Glyphosatprodukten zählt der Leverkusener Agrarchemie-Konzern Bayer mit seiner US-Tochter Monsanto. Deren Kassenschlager ist das glyphosathaltige Produkt Roundup. Daneben sind auch asiatische Hersteller am Markt vertreten.
Anfällig für „feindliche, ausländische Akteure“
Ein Bayer-Sprecher erklärte, die Verordnung betone „die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben“. Man werde der Verordnung Folge leisten.
In der Anordnung heißt es, bislang gebe es in den USA nur einen Produzenten glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel – gemeint ist Monsanto. Dadurch seien sowohl die Verteidigungsindustrie als auch die Ernährungssicherheit der Vereinigten Staaten anfällig für „feindliche, ausländische Akteure“.
Zugleich soll Unternehmen zugesichert werden, dass ihnen aus der Produktion keine negativen Folgen entstehen. Wörtlich heißt es, der Landwirtschaftsminister müsse sicherstellen, dass keine auf Basis der Verordnung erlassene Anordnung oder Vorschrift die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von elementarem Phosphat oder glyphosatbasierten Herbiziden gefährde.
Elementares Phosphat gilt als wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung entsprechender Mittel. Diese spielten eine entscheidende Rolle dabei, Landwirten eine effiziente und kostengünstige Produktion von Lebensmitteln und Viehfutter zu ermöglichen.
Zahlreiche Klagen Betroffener laufen
Parallel dazu laufen in den USA zahlreiche Klagen, in denen Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurückführen. Bayer schloss erst kürzlich einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen rund um Roundup. Die Zahlungen umfassen maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Der Vergleich muss noch vom zuständigen Gericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri genehmigt werden.
Wirklich krebserregend? Studien uneins
Die zur World Health Organization gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den in Roundup enthaltenen Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Andere Einrichtungen der WHO sowie europäische Behörden folgten dieser Einschätzung nicht.
Bayer weist den Verdacht zurück, dass Glyphosat krebserregend sei. Konzernchef Bill Anderson erklärte kürzlich, Glyphosat sei ein sicheres und wichtiges Werkzeug für Landwirte in den USA und weltweit; Wissenschafter und Aufsichtsbehörden hätten dies international bestätigt.
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