Aufgrund der langen S-Bahnsperre fordert der ÖAMTC die Aufhebung der Höchstparkdauer. Die Stadt erteilt dem eine Absage.
Die Stammstrecke der Wiener Schnellbahn, die mit 250.000 Fahrgästen pro Werktag die meistfrequentierte Nahverkehrsstrecke des Landes ist, ist – wie berichtet – ab 7. September bis Ende Oktober 2027 ganze 14 Monate lang zwischen Praterstern und Hauptbahnhof gesperrt. Von 4. Juli bis 6. September ist der Abschnitt zwischen Floridsdorf und Praterstern außer Betrieb, hinzu kommen Sperren der nördlichen Anschlussstrecken, was vor allem Pendler aus etwa Wolkersdorf und Korneuburg betrifft.
Alternativen für Pendler
„Uns ist bewusst, dass die Modernisierung notwendig ist, allerdings stehen zwischenzeitlich kaum gleichwertige Alternativen für Pendelnde zur Verfügung“, merkt ÖAMTC-Verkehrsexperte Matthias Nagler an. Hinzukommt, dass im Sommer auch Teile der U3 und U4 wegen Sanierungen gesperrt werden. Der Mobilitätsclub betrachtet es daher als wichtig, die Pendler während dieser Zeit zu entlasten.
Konkret fordert der ÖAMTC eine befristete Ausnahme von der zulässigen Höchstparkdauer in den Außenbezirken. Die Ausnahmegenehmigung soll auf Antrag eingeholt werden können. „Vielen Pendlern wäre bereits sehr geholfen, wenn sie ihr Fahrzeug auch länger als die erlaubten zwei Stunden in einem Außenbezirk stehen lassen könnten. Schließlich sind die verfügbaren Park & Ride-Anlagen am Stadtrand bereits stark ausgelastet“, so Nagler.
Stadt erteilt Idee eine Absage
Was hält die Stadt von der Idee? „Für die Autos aller Pendler, die bislang täglich mit der Schnellbahn nach Wien kommen, gibt es schlichtweg keinen Platz in der Stadt“, sagt Gemeinderat und Vorsitzender des Mobilitätsausschusses Omar Al-Rawi. Wien baue laufend den öffentlichen Verkehr aus, eine grenzüberschreitende Straßenbahn bis Schwechat sei an Niederösterreich gescheitert. Al-Rawi: „Eine Einladung an alle, mit dem Auto nach Wien zu kommen, kann nicht die Lösung sein und wäre das völlig falsche Signal.“
Auch Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) hält wenig von dem Vorschlag: „Ich habe die Interessen der Donaustädter zu vertreten, daher bin ich natürlich gegen die Aufhebung der Höchstparkdauer. Das würde klar zulasten der hier ansässigen Bevölkerung gehen, dagegen verwehre ich mich entschieden.“ Die Bezirke Hietzing und Floridsdorf können dem Vorschlag ebenso wenig abgewinnen.
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