Die Vertragsverhandlungen zwischen den Rübenbauern und der Agrana für die nächste Saison ziehen sich länger als geplant. Die Mindestanbaufläche für den Betrieb von zwei Zuckerfabriken in Tulln und Leopoldsdorf im Marchfelde, Bezirk Gänserndorf, wurde nämlich noch immer nicht erreicht. Nun blüht vermutlich wieder eine „völlig überraschende“ Rettungsaktion samt Polit-Schauspiel.
Noch ist man in der heimischen Agrarszene nicht ganz sicher, wer hier ein böses Spiel spielt. Doch eines ist sicher, die Drohkulisse in Leopoldsdorf im Marchfelde wirkt teils noch immer. Und so verwundert es doch, dass diverse Rübenbauern noch immer nicht ihre Kontrakte für das nächste Jahr unterschrieben haben. Die bisher unterfertigten Anbauverträge zwischen der Agrana und den Landwirten umfassen etwa 34.500 Hektar, erklärte Markus Mühleisen, Vorstandsboss der Agrana, gegenüber dem ORF Niederösterreich: „Wir brauchen rund 38.000 Hektar für den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb von zwei Zuckerfabriken.“ Man will den Landwirten nun noch Bedenkzeit geben, heißt es.
Alternative Ackerkulturen
Fakt ist aber, die Rübe zahlt entgegen dem bekannten Sprichwort eben nicht mehr alles, und andere Ackerkulturen sind mittlerweile um einiges interessanter geworden. Einerseits kann man speziell in der Direktvermarktung nicht wirklich mit einem Kilo Zuckerrübe glänzen, andererseits ziehen auch die Preise für Weizen und Co. an. Sollten also auch heuer – wie zu erwarten – noch genug Bauern und Anbauflächen für zwei Zuckerfabriken zusammenkommen, kann man sich in den nächsten Jahren schon auf eine Schließung in Leopoldsdorf einstellen. Irgendwann nützt sich die Drohkulisse ab und wird uninteressant, auch für politische Rettungsversuche.
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