Großmutter positiv

Heim hatte „keine Zeit“ für Meldung an Angehörige

Erst als eine 26-Jährige ihre Großmutter am Adventsonntag im Pflegeheim im niederösterreichischen Herzogenburg im Bezirk St. Pölten besuchen wollte, erfuhr sie, dass diese positiv getestet worden war. Das Heim hat sich mittlerweile bei der Familie entschuldigt. 

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Am Limit und teilweise darüber hinaus wird derzeit in Niederösterreichs Kliniken und Pflegeheimen an der Pandemiebekämpfung gearbeitet. Nur logisch und menschlich ist es also, dass dort, wo Systeme überlastet sind, auch Fehler passieren können. Zumindest erklärt werden kann damit auch die Odyssee, die eine Familie am Sonntag erleben musste.

Stockwerk wegen Cluster gesperrt
Eine 26-Jährige wollte ihre Oma am ersten Adventsonntag im Pflegeheim in Herzogenburg, Bezirk St. Pölten, besuchen. Um sicherzugehen, dass das auch klappt, erkundigte sich die doppelt Geimpfte am Freitag im Heim nach etwaigen Verschärfungen. Samt negativem PCR-Testergebnis und Mitbringseln für die Großmutter kam die Frau am Sonntagnachmittag ins Heim. An der Eingangstür ereilte sie die Hiobsbotschaft.

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Wäre ich nicht trotzdem bis vor die Türe gegangen, hätten wir nicht erfahren, dass Oma positiv getestet wurde!

Die 26-jährige Frau aus dem Bezirk St. Pölten ist entsetzt

„Wir hatten keine Zeit“
Die dritte Etage, wo auch ihre Oma wohnt, war wegen eines Clusters gesperrt. Trotzdem ließ es sich die Enkelin nicht nehmen, der 85-jährigen Pensionistin die Mitbringsel vor die Zimmertür zu legen. Dort der zweite Schock. Wie andere Türen der Etage war jene ihrer Oma mit einem roten Punkt markiert. Eine Pflegerin sah die Enkelin und bestätigte ihre Vermutung. „Da können Sie nicht rein. Die Dame wurde positiv getestet“, hieß es. Entsetzt fragte die 26-Jährige, warum ihr das nicht schon früher gesagt worden war. Die lapidare Antwort: „Wir hatten keine Zeit.“

Pflegeheim entschuldigt sich
Die „Krone“ hakte daraufhin bei der Landesgesundheitsagentur nach. Am Donnerstag, so heißt es in einer Stellungnahme, wurde der erste positive Fall im Heim bekannt. Mögliche Kontaktpersonen, so auch die Großmutter, wurden daraufhin täglich getestet. Am Sonntag zeigten sich positive Ergebnisse. Nach Rücksprache mit der Betreuungsleiterin wurde dann ein Besuchsverbot für das Stockwerk ausgesprochen, um mithilfe der Kontaktreduzierung eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

„Geringe Zeitspanne“ als Erklärung
„Aufgrund der geringen Zeitspanne zwischen den positiven Testergebnissen und dem Beginn der Besuchszeit konnten die betroffenen Angehörigen nicht mehr zeitgerecht informiert werden“, bedauert man bei der Agentur. Auch der Onkel der 26-Jährigen – er wurde von der Familie als Kontakt für das Heim angegeben – erfuhr erst am Montag offiziell von dem positiven Test seiner Mutter. „Das Heim hat sich entschuldigt“, erklärt die 26-Jährige. Wie es der Großmutter aktuell geht, weiß die Familie aber immer noch nicht.

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