Kleinkind gestorben

Waren Ärzte mit seltener Krankheit überfordert?

Oberösterreich
07.04.2011 09:15
Die gerichtlichen Erhebungen um den tragischen Tod der kleinen Leonie (1) aus Seewalchen am Attersee laufen auf Hochdruck. Insider vermuten indes, dass die zwei Ärzte des Vöcklabrucker Spitals, die das vor Schmerzen schreiende Kind heimgeschickt haben, durch die seltene Krankheit überfordert waren.

Das deutete auch der ärztliche Leiter des Spitals, Dozent Dr. Alex Blaicher, in einem Gespräch gegenüber der "Krone" an: "Das Mäderl kam mit einem Loch in der Bauchdecke zur Welt, ihr Darm hing raus. Sowas ist äußerst selten, kommt in Österreich vielleicht zehnmal im Jahr vor, in Oberösterreich höchstens einmal. Da gibt es Spezialisten im Linzer Kinderspital, die das Baby operiert haben", meinte der Mediziner.

Jetzt soll – wie berichtet – in einem Gutachten festgestellt werden, ob der Turnus- und der Facharzt im Vöcklabrucker Spital den Zusammenhang hätten erkennen müssen.

Inzwischen meldete sich auch die Gebietskrankenkasse: Die leidgeprüften Eltern müssen von dem zu viel ausbezahlten Betreuungsgeld für Leonie nichts zurückzahlen. Bis zu 14 Tage wird bei solchen Todesfällen österreichweit auf Rückforderungen verzichtet.

Kronen Zeitung

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