Sa, 18. August 2018

"Anders ist normal"

03.04.2011 15:46

Eishockey-Cracks auf Schlitten auf der Jagd nach dem Puck

Sehr lang hat's gedauert - aber nun haben auch in Österreich Menschen mit Behinderung die Chance, sich auf dem Eis mit dem Puck zu beweisen. In Graz bastelt man zurzeit an einem Plan, der mit einer "Goldenen" bei den "Paralympics" enden könnte.

"Anders ist normal" nennt man das Projekt. Das "anders" bezieht sich in diesem Fall auf den Körper. Auf "Menschen mit besonderen Bedürfnissen". Das Ziel: Man will körperlich beeinträchtigten Sportlern, bei denen die Beweglichkeit der unteren Gliedmaßen eingeschränkt ist, die Gelegenheit geben, sich in einer der härtesten Mannschaftssportarten der Welt - dem Eishockey - zu beweisen und es damit vielleicht sogar zum "Olympier" bringen zu können.

"Neues Lebensgefühl"
"Ice Sledge Hockey" heißt die Chance. Die Protagonisten, hauptsächlich Beinamputierte, sitzen dabei auf "Rollis" und jagen dem Puck nach. Genau wie andere Eishockey-Cracks. "Mit einem halbwegs normalen Gleichgewichtsgefühl und durchschnittlicher Fitness ist diese Sportart nicht schwer zu erlernen", sagt die Grazer "Ice Sledge Hockey"-Promoterin Sabine Reisenhofer, die fest daran glaubt, "dass diese tolle Idee auch bei uns vielen Betroffenen ein neues Lebensgefühl geben kann."

Schnuppertraining am 15. April
Am Freitag, dem 15. April, zwischen 16.30 und 18 Uhr haben jedenfalls alle betroffenen Steirer, die sich für einen neuen Spaß-Sport-Faktor in ihrem Leben interessieren, die Gelegenheit dazu, ihre Fähigkeiten zu testen. In der Eishalle von Hart bei Graz stehen ihnen die Ausrüstungen und Hockeyschlitten kostenlos zur Verfügung. Das Schnuppertraining wird von einem geleitet, der sich in dieser Sportart bestens auskennt: Roman Henrik war früher tschechischer Nationalspieler. Und kommt damit aus einer Weltmeister-Nation. Wer mitmachen will, kann sich zuvor via E-Mail (buero.isha@gmail.com) oder unter der Telefonnummer 0650/8899 421 anmelden, danach sollte er sich am 15. April um 15.45 Uhr in der Halle einfinden - eine Reihe von Experten wird ihm dann, vor dem ersten Eis-Erlebnis, alle Fragen beantworten.

Mit dem nötigen Talent und der Bereitschaft hart zu trainieren, stehen den "Ice Sledge Hockey"-Cracks viele Möglichkeiten zu einer erfüllenden Sportler-Karriere offen. Sie werden die schnellste paralympische Mannschaftssportart ausüben und haben eine Chance in die "Styrian Panthers" aufgenommen zu werden. Dieses Grazer Team soll bis zum heurigen Sommer entstehen und bald neben Mannschaften aus Klagenfurt, Wien und St. Pölten an einer nationalen Meisterschaft teilnehmen.

"Paralympics" als ganz großes Ziel
Ab kommendem Herbst wird es dann, begleitet von Hockey-Cracks, wie dem 99ers Kapitän Harry Lange, der sich ganz besonders für die "Sledge-Kollegen" engagiert, ein wöchentliches Eistraining geben. Davor - im Juli - gibt es in St. Pölten ein gesamtösterreichisches Trainingslager, bei dem alle Spieler auf die kommende Meisterschaft vorbereitet werden. Um bei dieser den Zeitaufwand und die Reisewege möglichst kurz halten zu können, plant man, sie in Form mehrerer Turniere durchzuführen. "Ice Slegde Hockey" wird bereits in vielen Ländern der Welt gespielt und ist auch stets der absolute Höhepunkt bei den Paralympischen Spielen. Österreich war bisher noch nie mit einem Team dabei - das soll sich, dank des Engagements von Menschen wie Sabine Reisenhofer, die unermüdlich dafür die PR-Trommel rührt und professionellen "Eishockey-Cracks mit Herz", wie es Harry Lange & Co sind, aber sehr bald ändern...

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"

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