29.10.2021 11:00 |

Nach tödlichem Unfall

Hallein: Betrieb in Fabrik steht bis Jahresende

Fast fünf Monate sind seit der fatalen Explosion samt Gasaustritt und einem Todesopfer mittlerweile vergangen. Und doch ruht die Produktion in der Halleiner Zellstofffabrik AustroCel immer noch - viele Details der Tragödie sind weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die Geschäftsführung.

Er ist Halleins heimliches Wahrzeichen, und doch ist der meterhohe Turm der Zellstofffabrik AustroCel derzeit ein ungewohnter Anblick. Immer noch steigt aus dem Schlot kein Dampf in den Himmel auf. Seit dem verhängnisvollen Morgen am 2. Juni steht die Produktion still - ein Datum für den Neustart gibt es nicht. „Noch heuer“ soll die Wiederinbetriebnahme erfolgen, heißt es auf Anfrage.

150 Grad Celsius heiße Gaswolke
Was am Unglückstag genau passiert ist, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Fakt ist: Nach der Explosion eines Druckrohrs auf dem Firmenareal trat um 5.41 Uhr Schwefeldioxid aus. Ein erfahrener Mitarbeiter (54) starb in der knapp 150 Grad Celsius heißen Gaswolke. Die Ursache für den Rohrbruch ist unklar. Die Staatsanwaltschaft wartet auf ein weiteres Gutachten. Die Ermittlungen laufen mittlerweile nicht mehr gegen Unbekannt, sondern gegen die Geschäftsführung. „Ein formeller Akt“, sagt Staatsanwältin Elena Haslinger.

Ein Großteil der Mitarbeiter ist immer noch in Kurzarbeit. AustroCel überprüft derzeit alle Druckbehälter und Rohrleitungen im Betrieb. Etwa 200 Rohre werden inspiziert. „Wir wollen jeden möglichen Schaden für unsere Mitarbeiter vermeiden“, heißt es. Erst nach Abschluss dieser Kontrollen könne die Produktion wieder starten. Und: Die derzeitigen übermäßig langen Lieferzeiten für Ersatzteile verzögern den Produktionsstart zusätzlich.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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