24.10.2021 12:00 |

Freestyler Svancer

Österreichs neuer Goldschatz aus Kaprun

Nach dem Triumph bei den Olympischen Jugendspielen für Tschechien holte sich Ski-Freestyler Matej Svancer gleich beim ersten Weltcupstart für Österreich den Sieg. Das löste auch große Freude beim Pinzgauer Heimatverein SC Kaprun aus, wo der gebürtige Prager 2014 als Alpin-Skifahrer begann.

„Ich will starten. Sonst hätt ich auch meine Französisch-Schularbeit schreiben können.“ Fünf Stunden musste Matej Svancer am Freitag bangen, ob das Ski-Freestyle-Finale zum Weltcup-Start in Chur (Sz) wegen des starken Windes überhaupt ausgetragen werden konnte. Dann die Erlösung für Svancer. Der die Zeit nutzte, im Skateboard-Park seine Runden drehte. „Wir haben ihn rund um die Uhr angerufen, wussten nicht, wo er steckt“, meinten Trainer, Betreuer und Teamkollegen.

2004 in Prag geboren, seit 2014 in Kaprun
Von all der Aufregung bekam der 17-Jährige nichts mit. 2014 war der 2004 in Prag geborene Youngster nach Österreich gekommen, lebt in Kaprun. Mit 15 war er Jugend-Olympiasieger, mit 16 Junioren-Doppel-Weltmeister – für Tschechien. Anfang des Jahres bekam er die österreichische Staatsbürgerschaft, im Juni genehmigte die FIS den Nationenwechsel. Bei seinem ersten Start für Rot-weiß-Rot holte Matej seinen ersten Weltcupsieg. Cool und souverän – mit 99 Punkten.

Svancer: „Ich kann es nicht ganz glauben“
„Ich kann es einfach noch nicht ganz glauben, es ist überwältigend! Ich denke, ich werde ein paar Tage brauchen, um das Ganze zu realisieren“, strahlte der Jungspund übers ganze Gesicht, umarmt von seinem Pinzgauer Teamkollegen Lukas Müllauer, der Siebenter wurde. Und der 2019 in Quebec bisher Österreichs einzigen Freestyle-Weltlcupsieg bei den Herren geholt hatte.

In Svancers Heimat Kaprun war die Freude groß. „Eine Traumsache. Wir hatten Weltcupläufer, aber einen Weltcupsieger noch nie“, meinte Josef Rattensperger, Obmann des Skiclubs Kaprun. Wo Svancer als Alpinfahrer begann. „Er ist Bezirks- und Landescuprennen gefahren, war talentiert, aber nach den RTL-Trainings hat es ihn schon immer auf die Schanzen gezogen“, weiß Rattensperger.

Svancer fühlt sich im Pinzgau zu Hause
Svancers Eltern haben nach ihrer Übersiedlung aus Tschechien in Kaprun ein Haus gekauft, leben nach wie vor dort. Im Pinzgau fühlt sich der Sportgymnasiast zu Hause. „Wir wollten damals in die Berge. Zur Auswahl standen die Schweiz und Österreich“, erinnert sich Matej. Nun ist er ein potenzieller Gold-Kandidat für Österreich in Peking.

Herbert Struber
Herbert Struber
Vera Lischka
Vera Lischka
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