Ein Jahr vor Wahl
F: Extreme Rechte unter Marine Le Pen stark im Aufwind
Sollte die PS Ségolène Royal, Sarkozys unterlegene Konkurrentin von 2007, aufstellen, läge Le Pen laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IPSOS im ersten Durchgang mit 22 Prozent der Stimmen sogar in Führung. Eine neuerliche Kandidatur Royals, der Präsidentin der Atlantikregion Poitou-Charentes, wäre auch die einzige Möglichkeit für Sarkozy, mit 21 Prozent der Stimmen (gegen 17 für Royal) in die Stichwahl zu gelangen. Bei allen anderen Hypothesen würde er im ersten Wahlgang von Marine Le Pen und dem sozialistischen Kandidaten aus dem Rennen geschlagen.
FN als dritte politische Kraft etabliert
Die "Front National" erfuhr einen Beliebtheitsaufschwung, seit Marine Le Pen vergangenen Jänner die Führung der Partei von ihrem Vater übernommen hat. Sie bewirkte, dass der Islam und die Ausländerfrage ins Zentrum der französischen Wahlkampfdebatte gerückt wurden. Am Sonntag etablierte sich die FN bei den Kantonalwahlen mit 10 Prozent der Stimmen als dritte politische Kraft hinter den Sozialisten (35 Prozent) und der Präsidentenpartei UMP (knapp 19 Prozent).
Strauss-Kahn hat die besten Karten
Bei den Präsidentenwahlen 2012 wäre die Kandidatur von Dominique Strauss-Kahn für Staatschef Sarkozy das schlimmste Szenario: Der ehemalige sozialistische Wirtschafts- und Finanzminister und gegenwärtige Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) kann demnach mit 34 Prozent der Stimmen rechnen, gefolgt von Le Pen mit 22 Prozent und Sarkozy mit nur 20 Prozent.
Sollte Sozialistenchefin Martine Aubry antreten, bekäme sie 25 Prozent, Le Pen 22 und Sarkozy 20. Der frühere PS-Chef Francois Hollande läge als Élysée-Bewerber mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent knapp vor Le Pen (22 Prozent) und Sarkozy (21). Die Sozialisten werden ihren Präsidentschaftskandidaten wie schon 2007 in einer Mitgliederabstimmung küren, wobei die Einbeziehung anderer Linkssympathisanten erwogen wird.
Vor vier Jahren hatte sich Royal in den parteiinternen Vorwahlen gegen Strauss-Kahn und Ex-Premier Laurent Fabius durchsetzen können. In der Präsidenten-Stichwahl unterlag sie dann dem konservativen Kandidaten Sarkozy. Seit der Wiederwahl von Francois Mitterrand im Jahr 1988 hat die Linke in Frankreich keine Präsidentenwahl gewonnen.
Sarkozy laut Umfragen chancenlos
In den ersten zwei März-Wochen haben bereits drei Meinungsumfragen zu dem Ergebnis geführt, dass Sarkozy bei der Präsidentenwahl 2012 bereits in der ersten Runde ausscheiden würde. Ob an seiner Stelle Premier Francois Fillon oder Außenminister Alain Juppé für das bürgerlich-konservative Lager antreten könnten, ist derzeit bereits Gegenstand verschiedener Spekulationen.
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