Bei Reise nach Polen

Gefährliche Fahrzeugpanne im Van-der-Bellen-Konvoi

Politik
05.10.2021 12:42

Als der Mercedes-Van mit der Journalistendelegation im Präsidentenkonvoi von der Gedenkstätte Auschwitz kommend auf der Autobahnauffahrt Chrzanow Richtung Krakau aus der Kurve auf 150 km/h beschleunigt, war klar: Da stimmt etwas nicht.

Ein wiederholendes Geräusch. Als würde man mit hoher Geschwindigkeit über kurz aufeinanderfolgende Temposchwellen rasen. Ich sitze hinten links, bekomme ein mulmiges Gefühl. Plötzlich ein Knall! Der Van sackt direkt unter mir gefühlsmäßig einen halben Meter ein. Der Wagen gerät ins Schleudern. Ich sehe uns schon in die Leitplanke rasen. Dahinter eine Böschung, wie eine Sprungschanze. War‘s das?

Reifenplatzer war Achsenbruch
Doch der Fahrer, er ist geübt. Nach kurzem Schlingern chauffiert er den Van sicher Richtung Pannenstreifen. Die restliche Delegation rast weiter an uns vorbei. Das siebenköpfige Journalisten- und Journalistinnen-Team steht am Pannenstreifen, atmet einmal tief durch. Der Fahrer saugt auf Anschlag an seiner E-Zigarette. Was zunächst als Reifenplatzer vermutet wurde, stellte sich am Ende als Achsenbruch heraus. Glück im Unglück.

Doch damit ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Van steht mit dem Heck noch auf der Fahrbahn. Und Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten in Polen nur auf dem Papier. Im Sekundentakt rasen Lkw mit hohem Tempo vorbei. Der Fahrer schiebt den Van noch ein paar Meter weiter auf den Pannenstreifen, dann ist Schluss. Wir Journalisten zücken die Telefone. Zunächst die Delegation informieren, dann kurz mal bei den Liebsten melden. Ausgerechnet jetzt funktioniert WhatsApp nicht. Ärgerlich.

Odyssee noch lange nicht zu Ende
Nach etwa einer halben Stunde kommen Ersatzwagen. Womit die Odyssee durch Polen noch nicht zu Ende war. Die können sich offenbar aufgrund von fehlender Kommunikation nicht entscheiden, ob wir von einem Reserve-Bus in Kattowitz oder Krakau aufgegabelt werden sollen. Also pendeln wir zwischen den beiden Städten hin und her, ehe an einer Tankstelle in Krakau der Ersatzbus wartet.

Der neue Chauffeur entpuppte sich als Hobbyrennfahrer, für den Tempolimits nur Richtlinien waren. Selbst in Kreisverkehren. Mit durchschnittlich 160 Sachen ging es vier Stunden lang durch die Regionen Kleinpolen, Heiligkreuz und Masowien. Das ohnehin mulmige Gefühl entwickelte sich bei manchem zu einer ausgewachsenen Übelkeit. Kurz nach 23 Uhr kamen wir in Warschau an. Zum Glück hatte die Hotelbar noch geöffnet.

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