30.09.2021 09:46 |

Als Impuls für Impfung

Anschober-Appell: 3G am Arbeitsplatz umsetzen

Die 3G-Regel am Arbeitsplatz ist zwar wahrscheinlich, aber nicht fix - noch wird in Gesprächen mit den Sozialpartnern darüber gefeilscht. Für Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist die 3G-Regel am Arbeitsplatz jedenfalls eine gute Idee, um die Impfquote zu erhöhen, sagte er dem Radiosender Ö1. In Italien hätten die strengen Corona-Regeln schon dazu geführt, dass es einen „absoluten Impuls“ für die Impfung gegeben habe. „Wenn etwas in Italien und in anderen Ländern funktioniert, sollte man nicht immer alles neu erfinden wollen, sondern das genauso umsetzen“, sandte Anschober eine klare Empfehlung an die Regierung.

Grundsätzlich herrscht Einigkeit darüber, dass die 3G-Regel am Arbeitsplatz kommen soll - nur noch, wer geimpft, getestet oder genesen ist und das nachweisen kann, soll zur Arbeit dürfen. Offen ist allerdings immer noch, wer rechtlich zuständig ist. Am Montag hatte es darüber Gespräche zwischen Gesundheits- und Arbeitsministerium, Sozialpartnern sowie Experten gegeben. Dabei wurden aber nur „verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten und Rechtsansichten zum Themenkreis besprochen“ und keine Entscheidung getroffen.


Kogler: 3G-Regel kommt „mit hoher Wahrscheinlichkeit“

Am Mittwoch wurde erwartet, dass die türkis-grüne Regierung nach dem Ministerrat eine Entscheidung verkündet, Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) vertröstete ein weiteres Mal. Die 3G-Pflicht sei noch nicht ausverhandelt, die Maßnahme werde aber „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ kommen, so Kogler. Davor brauche es aber noch weitere Gespräche mit den Sozialpartnern, um die rechtlichen Fragen zu klären.

Strenge Regeln in Italien
In Italien wird es bald ernst mit der 3G-Regel: Wer dort kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Verstöße gegen die Regeln sollen scharf geahndet werden: Wer keinen Grünen Pass hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, darf ohne Bezahlung freigestellt werden - in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort. In einigen Bereichen wie etwa an Schulen ist der Grüne Pass bereits Pflicht.

Mit der strengen Maßnahme wollte der italienische Ministerpräsident Mario Draghi die Impfquote erhöhen. Mit Erfolg: Mitte September waren rund 75 Prozent der Italiener über zwölf Jahren voll geimpft. In Österreich liegt die Zahl der Vollgeimpften über zwölf Jahren bei 60 Prozent. Angepeilt wird eine Immunisierungsquote von 80 Prozent.

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