28.09.2021 12:13 |

336.182 ohne Job

Weniger Arbeitslose, aber mehr Schulungsteilnehmer

Derzeit sind in Österreich 267.966 Menschen arbeitslos gemeldet, um 2771 weniger als in der Vergleichswoche 2019. Allerdings hat die Anzahl der Schulungsteilnehmer gegenüber der Vorwoche um 1186 auf 68.216 Personen zugenommen - damit sind derzeit 336.182 Menschen ohne Job, gab das Arbeitsministerium am Dienstag bekannt.

Vor einer Woche waren 335.058 auf Arbeitsuche oder in Schulungen. Anmeldungen zur Kurzarbeit liegen derzeit bei 63.389. „Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zur Vorwoche konstant geblieben, der Abstand zur Vergleichswoche im Jahr 2019, vor der Krise, hat sich jedoch weiter vergrößert“, sagte Arbeitsminister Martin Kocher.

„Die relativ hohe Zahl an Schulungsteilnehmern ist vor allem auf den Erfolg der Joboffensive zurückzuführen.“ Ursprüngliches Ziel der Joboffensive sei es gewesen, bis Ende 2022 100.000 Menschen mit den Ausbildungsprogrammen zu erreichen. Bereits jetzt hätten 60.000 Menschen im Rahmen der Joboffensive ihre Ausbildung vor drei Monaten erfolgreich abgeschlossen, die Hälfte von ihnen habe danach innerhalb von drei Monaten einen Job gefunden. „Das ist ein durchaus erfolgreicher Wert, diese 50 Prozent Integration in eine nachhaltige Beschäftigung“, so der frühere IHS-Chef.

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Die relativ hohe Zahl an Schulungsteilnehmern ist vor allem auf den Erfolg der Joboffensive zurückzuführen.

Martin Kocher, Arbeitsminister

3G-Pflicht am Arbeitsplatz
Auch auf eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz ging Kocher am Dienstag ein: Derzeit laufen Expertengespräche, dabei gebe es „viel Konsens, auch mit den Sozialpartnern“, so der Minister zum Treffen am Montag. Es gebe aber noch viele rechtliche Fragen, zum Beispiel was geschehen soll, wenn jemand keinen 3G-Nachweis erbringt, etwa ob dann womöglich ein Urlaub genommen werden müsse. Das seien Fragen, die im Arbeitsrecht zu klären sind, Präferenzen wollte Kocher nicht nennen. Es müsse aber auch geklärt werden, ob die 3G-Pflicht auch im Freien oder nur in geschlossenen Räumen gelten soll. „Wir sind optimistisch, dass wir bald eine klare Lösung haben“, so Kocher.

Reform des Arbeitsmarktes
Weitere Gespräche gibt es auch zur Reform des Arbeitsmarktes. Diese sollen bis Jahresende laufen, konkrete Vorschläge soll es dann im 1. Quartal 2022 geben. Vorige Woche war Kocher in Schweden, um sich über den dortigen Umgang mit Arbeitslosigkeit zu informieren, kommende Woche steht eine Reise nach Litauen am Programm, kündigte er an. In Schweden sei der Fokus auf dem einzelnen Menschen interessant gewesen. Es gehe in Schweden um „fordern und fördern“ und darum, die Menschen zu schützen, nicht den Arbeitsplatz.

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