George McGlynn hat derzeit viel zu tun in Tirol. Der Anthropologe untersucht die Gebeine des Haller Anstaltsfriedhofes ebenso wie die Skelette der in Pfons entdeckten gefallenen Soldaten. Während die Arbeiten am Gräberfeld nahe der Psychiatrie aber noch am Anfang stehen, liegt bei Pfons ein erster Überblick schon vor.
Wie ausführlich berichtet, war man bei Bauarbeiten zum Kraftwerk Mühlen auf Skelette gestoßen. Ein Team rund um den Archäologen Alexander Zanesco nahm sich des Fundes an und barg bis Ende Februar die Überreste von elf Leichen. Diese wurden nun von McGlynn untersucht, "der dies vor allem in Hinblick auf Todesalter und Todesart tat", wie Zanecso im Gespräch mit der "Tiroler Krone" erklärt.
Hinweise auf Verletzungen, die zum Tod geführt haben könnten, wurden dabei nicht entdeckt. "Bei den meisten Gefallenen handelt es sich aber um sehr junge Burschen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren", fasst Zanesco die ersten Ergebnisse von McGlynn zusammen. Dieser wird in den kommenden Wochen noch genauere Untersuchungen an den Knochen vornehmen.
Sterbebücher in Pfarreien deuten auf 23 Begrabene hin
Bei den Recherchen nach schriftlichen Quellen fanden die Archäologen in den Sterbebüchern der Pfarreien Hinweise auf 23 tote Soldaten. Diese Aufzeichnungen lassen auf einen Todeszeitpunkt 1703 schließen. Im sogenannten Bayerischen Rummel waren damals Soldaten in Tirol eingefallen.
Die gefundenen Teile von Uniformen – vermutlich von einem bayerischen Husaren und einem Dragoner – sind weitere Mosaiksteine im archäologischen Puzzle. Von einem kompletten Bild will Zanesco noch nicht sprechen, dafür sei es einfach noch zu früh. "Da müssen wir noch einige Zusammenhänge genauer herstellen."
von Stefan Ruef, "Tiroler Krone"
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