Zu viel Rotwild

Jägerverband im Clinch mit Land und Forstbehörde

Tirol
19.03.2011 17:05
Noch immer nicht entspannt hat sich das Verhältnis zwischen Land, Jägerverband und Forstbehörden. Dies wurde am Samstag bei der Vollversammlung in Innsbruck wieder deutlich. In Fragen der Waldschäden durch Wildverbiss, der Abschussquoten, der Seuchenbekämpfung und Jagdgesetznovelle prallen Welten aufeinander.

30.000 Stück Rotwild bevölkern die Tiroler Wälder. Das sind, wie aus einem Gutachten des Landes hervorgeht, um 10.000 zu viel. Schäden durch Wildverbiss speziell im Schutzwald bereiten Forstexperten und LHStv. Anton Steixner massive Sorgen: "Wir haben für diverse Aufforstungsprojekte im Objektschutzwald hohe EU-Förderungen kassiert. Wenn sich nach 10 Jahren da keine Erfolge einstellen, können wir das Geld zurückzahlen. Da geht es um Millionenbeträge."

Hoher Wildbestand als Werk von "Schlawinern"
Tirols Jägerschaft reagierte mit den höchsten Abschussquoten der vergangenen Jahre. "Wir sind noch nicht da, wo wir hin müssen", erklärte Steixner dazu. Landesjägermeister Karl Berktold hielt dem entgegen, dass der Waldzustandsbericht dem Tiroler Wald einen sehr guten Zustand bescheinigt habe. Steixner sagte, der hohe Wildbestand sei das Werk von "Schlawinern" unter den Jägern: "Die pflanzen uns ja nur. Ohne Novelle des Jagdgesetzes ist denen nicht beizukommen." LK-Präsident Josef Hechenberger rief alle Beteiligten zur sachlichen Zusammenarbeit auf. 

Landesveterinär Josef Kössler berichtete vom massiven Tuberkulose-Problem im Außerfern. Grund sei der zu hohe Wildbestand. Das Virus springe immer wieder auf Rinder über. Seit 1999 habe man fast keine Fortschritte gemacht. Letzter Ausweg: Totalabschuss! 

von Philipp Neuner, Tiroler Kroen

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