Patricia Kaas, Frankreichs wohl exquisitester Musikexport brachte am vergangenen Freitag das Wiener Gasometer zum Kochen. Mit ihrer unglaublichen Stimme, einer gewaltigen Präsenz und viel „Sexe forte“ zeigte die Französin mit dem reizenden Akzent, eine neue rockige Facette ihres Könnens. Nach einem kraftvollen „Laizzez mio chanter“ riss sie sich das lange Glitzerkleid vom Leibe und sang bauchfrei und „süpersexy“.
Nach ihrem Ausflug in den internationalen Chansonbei ihrem letztjährigen Auftritt im Wiener Konzerthaus, zeigtedie 38-Jährige sich auch von ihrer wilden und rockigen Seite.Neben den ruhigen Balladen mischt sie Songs aus ihrem letztenAlbum "Sexe forte" unter, bei dem das Publikum zwar nicht mitsingenkonnte, aber schon mal mit dem Fuß mitwippte. Dann aberkamen die Klassiker, akustisch von Mundharmonika und Gitarre begleitet- und Mademoiselle hatte wieder den Blues.
Das Konzert widme sie der Melancholie und der Stärke,erklärt sie - und man spürt, wie sehr die Interpretationihrer Lieder von dieser Ambivalenz getragen waren - mal kraftvoll,mal ruhig. Die Bühne, mit kettenbehangenen Lampenschirmenund flackernden Kerzen in roten Gläsern reichlich exotischverziert, wandelte sich vom stimmungsvollen Jazzclub in eine Rock-Bühne.
Nachdem das eher reifere Publikum mit angehaltenemAtem "Une dernière semaine à New York" oder "Maliberté contre la tienne" lauschte, ließ es sichvon der Künstlerin zum Mitschunkeln und tanzen mitreißen.In Deutschland geboren verzückt sie die Besucher mit ihremfranzösischen Akzent, wenn sie die Lieder kommentiert: "Jetztkommt ein intimer Moment - isch weiß nischt warum ihr immerlacht, wenn ich das sage?" Bis auf eine Ausnahme sang Kaas diesmalin Wien nur auf Französisch. Die Ausnahme hieß "Herzeines Kämpfers" und wurde vom deutschen Pop-Duo Rosenstolzfür sie komponiert. Das kraftvolle Lied erscheint erst kommendesJahr auf CD.
Auch wenn vielen Fans das eine oder andere Lieblingsliedgefehlt hat, war das Kaas-Konzert ein Abend, wie man ihn nichtso schnell vergisst. Bis zum nächsten Jahr hoffentlich...
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