Arme immer ärmer

Kirche und AK warnen: Armut in Tirol steigt

Tirol
18.03.2011 15:25
Die "Immer größer werdende Armut in Tirol" haben der Bischof der Diözese Innsbruck, die Arbeiterkammer Tirol, der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) Tirol und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Tirol in einer gemeinsamen Erklärung unter dem Motto "Gerechtigkeit und Menschenwürde" am Freitag thematisiert. Die Unterzeichner riefen die politischen Verantwortlichen auf, stets aus Sicht und Betroffenheit der "finanziell Untersten" zu denken und zu entscheiden.

Viele Menschen in Tirol seien nicht ausreichend sozial abgesichert. Armut und Armutsgefährdung würden steigen. Durch die Aushöhlung der Sonntagsruhe werde die Lebensqualität eingeschränkt. Die Armut habe viele Gesichter, die nicht immer nur materieller Natur seien. "Nicht wenige sind in Tirol an Depressionen erkrankt oder in die Sucht abgerutscht, da sie versuchten, Depressionen zu entgehen", betonte Bischof Manfred Scheuer.

Ein leistbares Leben sei für viele nicht mehr möglich. Immer mehr seien in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Auch das Phänomen der "Working Poor" gebe es in Tirol. Viele würden trotz einer Vollzeitarbeit mit ihrem Einkommen nicht auskommen, erklärte Otto Leist (SPÖ), ÖGB-Vorsitzender.

Laut der Studie des Landes "Einkommen und Armut in Tirol" galten 2008 in Tirol über 42.000 Menschen im Erwerbsalter mit einem Medianeinkommen von knapp über 10.000 Euro als armutsgefährdet. Auch der Unterstützungsfonds der AK Tirol würde die Bedürftigkeit vieler in Tirol widerspiegeln. Im ersten Jahr des Bestehens seien mehr als 600 Betroffene mit mehr als 270.000 Euro unterstützt worden, hieß es in der Erklärung. Schulden, Mieten und Kosten für Kinder und Schule seien die Hauptgründe warum beim Fonds um Unterstützung angesucht werde, erklärte Erwin Zangerl (ÖVP), AK Präsident.

Umverteilung an die Reichen
Es sei genügend Geld vorhanden, das aber sonderbar verteilt sei. Er habe das Gefühl, die Politik orientiere sich immer mehr an den Schönen und Reichen und nicht an denen, die es am dringendsten bräuchten, sagte Zangerl.

In der Erklärung wurde die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene gefordert. Außerdem wurden gerechte Entlohnung, Solidarität, Mitbestimmung der Arbeitnehmer sowie eine faire Verteilung von Arbeit verlangt.

Der Josefs-Tag wird in Tirol traditionell mit einer Messe gefeiert. Die diesjährige Josefs-Messe am Samstag in der Innsbrucker Jesuitenkirche wurde unter das Thema "Gerechtigkeit und Menschenwürde" gestellt. Gerechtigkeit und Menschenwürde seien in Tirol nicht mehr unversehrt, hieß es.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
18.03.2011 15:25
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung