Viele Menschen in Tirol seien nicht ausreichend sozial abgesichert. Armut und Armutsgefährdung würden steigen. Durch die Aushöhlung der Sonntagsruhe werde die Lebensqualität eingeschränkt. Die Armut habe viele Gesichter, die nicht immer nur materieller Natur seien. "Nicht wenige sind in Tirol an Depressionen erkrankt oder in die Sucht abgerutscht, da sie versuchten, Depressionen zu entgehen", betonte Bischof Manfred Scheuer.
Ein leistbares Leben sei für viele nicht mehr möglich. Immer mehr seien in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Auch das Phänomen der "Working Poor" gebe es in Tirol. Viele würden trotz einer Vollzeitarbeit mit ihrem Einkommen nicht auskommen, erklärte Otto Leist (SPÖ), ÖGB-Vorsitzender.
Laut der Studie des Landes "Einkommen und Armut in Tirol" galten 2008 in Tirol über 42.000 Menschen im Erwerbsalter mit einem Medianeinkommen von knapp über 10.000 Euro als armutsgefährdet. Auch der Unterstützungsfonds der AK Tirol würde die Bedürftigkeit vieler in Tirol widerspiegeln. Im ersten Jahr des Bestehens seien mehr als 600 Betroffene mit mehr als 270.000 Euro unterstützt worden, hieß es in der Erklärung. Schulden, Mieten und Kosten für Kinder und Schule seien die Hauptgründe warum beim Fonds um Unterstützung angesucht werde, erklärte Erwin Zangerl (ÖVP), AK Präsident.
Umverteilung an die Reichen
Es sei genügend Geld vorhanden, das aber sonderbar verteilt sei. Er habe das Gefühl, die Politik orientiere sich immer mehr an den Schönen und Reichen und nicht an denen, die es am dringendsten bräuchten, sagte Zangerl.
In der Erklärung wurde die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene gefordert. Außerdem wurden gerechte Entlohnung, Solidarität, Mitbestimmung der Arbeitnehmer sowie eine faire Verteilung von Arbeit verlangt.
Der Josefs-Tag wird in Tirol traditionell mit einer Messe gefeiert. Die diesjährige Josefs-Messe am Samstag in der Innsbrucker Jesuitenkirche wurde unter das Thema "Gerechtigkeit und Menschenwürde" gestellt. Gerechtigkeit und Menschenwürde seien in Tirol nicht mehr unversehrt, hieß es.
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