Der Tiroler Hans Weigand (67) hat ein Faible für den düsteren Blick in die Zukunft. Er präsentiert in der aktuellen Ausstellung Welten, die in Endzeitstimmung getaucht sind. Hochhäuser aus den 1920er Jahren, Maschinen und Bohrplattformen lässt er von Pflanzen und Bäumen umwuchern, die Zivilisation hat offenbar schon abgedankt. Auch mag er King Kong, das erste Filmungeheuer und hohe Meereswellen.
Wie Alte Meister
Das Dystopische in den Motiven des Künstlers wird durch die Verwendung alter Techniken wie Holzschnitt oder Kupferdruck erzeugt. Die spannungsgeladenen Bildformate sind dicht und kleinteilig gearbeitet.
Der amerikanische Traum
Eindeutig in der Gegenwart angesiedelt sind dagegen die Objekte des Steirers Erwin Wurm (67), der zu den erfolgreichsten Bildhauern Österreichs zählt. Er macht menschliche Gesten und Fetische des Materialismus zu Hauptdarstellern. Seine Motive entspringen einerseits dem amerikanischen Traum. Immer wieder kommen Autos vor. Weil der moderne Mensch zu Adipositas neigt, sind auch die Autoskulpturen deutlich übergewichtig. Andererseits mag Wurm Würste und Bananen, die er schamlos auf Henry Thoreaus Hütte oder Martin Heideggers Denkstube legt – natürlich aus perfektem Polyesterguss. (bis 2. Oktober Galerie 422, Gmunden)
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