20.09.2021 18:07 |

Gewalttätige Proteste

Melbourne: Bauarbeiter-Rebellion gegen Impfpflicht

Wütende Gewerkschaftsmitglieder aus der Baubranche stürmen am Montag im australischen Melbourne den Sitz ihrer Gewerkschaft CFMEU. Grund sind Pflichtimpfungen, die diese Woche in Kraft treten sollen. Es gilt das Motto: „Geimpft oder keine Arbeit mehr“. Die ohnehin angespannte Situation schaukelte sich auf, mündete in gewalttätige Proteste. Schließlich rückte ein bewaffnetes Polizeikommando an, um den Wirbel unter Kontrolle zu bekommen.

Führende Vertreter und andere Mitglieder der Gewerkschaft Construction, Forestry, Maritime, Mining and Energy Union (CFMEU) waren gezwungen, im Gebäude Schutz zu suchen, als Demonstranten Flaschen und andere Wurfgeschosse auf den Eingang des Hauptsitzes der Gewerkschaft in Victoria warfen und Fenster einschlugen.

Personen aus dem Inneren des Gebäudes versprühten Wasser und setzten einen Feuerlöscher ein, um die Menge zu vertreiben. Schließlich rückte ein großes Polizeiaufgebot an, um das Gebiet zu räumen.

CFMEU vermutet „rechtsextreme Gruppe“
Die CFMEU gab über Twitter eine Erklärung ab, in der sie den „Angriff“ auf ihre Niederlassung verurteilte und behauptete, dass die „Menge stark von Neonazis und anderen rechtsextremen Gruppen infiltriert war“ - und nicht aus echten Gewerkschaftsmitgliedern bestand. Dem wird bereits widersprochen: Die „Mehrheit der Anwesenden waren heute zu 100 Prozent Mitglieder“, so der Journalist Avi Yemini (siehe Tweet oben).

Corona-Lage in Australien bleibt angespannt
Der jüngste Beschluss der hiesigen Landesregierung schreibt vor, dass Bauarbeiter bis 25. September mindestens eine Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten haben müssen. Lokalen Medien zufolge hat die Regierung des Bundesstaates Victoria als Reaktion auf die Gewalttaten eine teilweise Schließung des Baugewerbes angekündigt, um den Arbeitern Zeit zu geben, die Impfpflicht zu erfüllen. Die Covid-Situation auf dem Kontinent ist seit Monaten angespannt.

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