Rumoren in der Partei

Spritze statt Vitamine: Impf-Revolte bei der FPÖ

Politik
20.09.2021 06:00

Sag, wie hält es die Politik mit der Corona-Impfung? Ein Spritzenverweigerer ist bekanntlich FPÖ-Chef Herbert Kickl. Innerhalb der Partei scheint sein medizinischer Rat - etwa Vitamine oder Grüntee - aber nicht so gefragt zu sein. Denn still und heimlich gibt es eine Impf-Revolte bei den Freiheitlichen.

Sie haben es getan: der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp und alle blauen Landtagsabgeordneten im Rathaus, Partei-Urgestein Harald Vilimsky und mit ihm sämtliche freiheitliche EU-Parlamentarier, Ex-Staatssekretär Hubert Fuchs sowie Nationalratskollege Martin Graf. Diese Partei-Promis sind - ganz im Gegensatz zu ihrem Chef - geimpft.

Geimpft: Dominik Nepp und Harald Vilimsky, FPÖ (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Geimpft: Dominik Nepp und Harald Vilimsky, FPÖ

Während Kickl wettert, lässt sich seine Parteispitze impfen
Nach „Krone“-Recherchen übrigens auch die jeweiligen blauen Landesspitzen und ein Großteil der Parlamentarier. Aber wie passt das mit der offiziellen Parteilinie zusammen? Denn FPÖ-Chef Kickl wettert ja gerne bei jeder Gelegenheit gegen „Impf-Experimente“, mit denen „gesunde Österreicher zu Versuchskaninchen gemacht werden“.

Stattdessen empfiehlt der Ober-Blaue gegen das Coronavirus Vitaminpräparate, Bitterstoffe, wie sie etwa im Grünen Tee enthalten sind, oder viel Bewegung an der frischen Luft. Und er klagt jetzt sogar PR-Berater Wolfgang Rosam, der in einem Interview behauptet hat, Kickl sei geimpft.

Kickl bei einer Kundgebung gegen die Covid-19-Maßnahmen der Bundesregierung - er setzt im Kampf gegen die Pandemie lieber auf das menschliche Immunsystem. (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Kickl bei einer Kundgebung gegen die Covid-19-Maßnahmen der Bundesregierung - er setzt im Kampf gegen die Pandemie lieber auf das menschliche Immunsystem.

„FPÖ ist für die Wahlfreiheit“
Reden wollten die freiheitlichen Impf-Revoluzzer, die dann doch lieber echten Medizinern vertrauen, eher nur hinter vorgehaltener Hand. Vilimsky „gesteht“ offiziell. Seine Begründung: „Ich bin selbst ein kleines Opfer des indirekten Impfzwangs durch meine vielen Auslandsreisen.“ Gegen die Parteilinie sei das aber freilich nicht zu verstehen, beeilt sich der freiheitliche Spitzenpolitiker zu betonen. „Denn die FPÖ ist für die Wahlfreiheit.“

Nicht einmal eine Woche vor dem für die Freiheitlichen so wichtigen Urnengang in Oberösterreich rumort es jedenfalls heftig wegen der von internen Kritikern als „zu militant“ empfundenen Kickl-Linie. Für Aufregung sorgt zudem ein weiterer prominenter blauer Corona-Patient: Der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein ist infiziert.

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