11.08.2021 12:55 |

„Vitaminpräparate“

Kickl fordert: Immunsystem stärken statt impfen

FPÖ-Obmann Herbert Kickl hat am Mittwoch einmal mehr einen „Impfdruck“ seitens der Regierung angeprangert und dabei auch die Wirksamkeit der Corona-Impfung infrage gestellt. Statt auf die Impfung solle die Regierung lieber auf Prävention und die Entwicklung von Medikamenten setzen. Von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verlangte er eine eidesstattliche Erklärung, dass es in Österreich keinen „Corona-Impfzwang“ geben wird. Er selbst sei weiterhin „guten Gewissens“ ungeimpft. Die ÖVP erklärte umgehend, Kickl rede nur „Unsinn“.

„Ich bin ungeimpft und es ist auch meine Absicht, das in weiterer Folge auch zu bleiben“, betonte der FPÖ-Chef auf einer Pressekonferenz - „gerade dann, wenn der Impfdruck von offizieller Seite immer mehr erhöht wird“. Dieser Druck sei eine „verantwortungslose Vorgangsweise“, denn dies führe dazu, dass sich Bürger aus Angst vor beruflichen Nachteilen, aus Sorge von Mobbing der Kinder in der Schule oder Benachteiligungen anderer Art impfen lassen. Er sei „guten Gewissens ungeimpft“, weil er sich kein schlechtes Gewissen einreden lasse.

Kickl führt Israel als Negativbeispiel bezüglich Impfung an
Mit den „de facto Berufsverboten“ und dem Druck in den Schulen trete genau das ein, wovor die FPÖ immer gewarnt habe, nämlich ein indirekter Impfzwang, befand Kickl. Und es bleibe ja nicht bei einem Stich oder einem zweiten, sondern es handle sich um eine „never ending story“. Überhaupt stellte er die Sinnhaftigkeit der Corona-Impfung mit Verweis auf Impfdurchbrüche infrage. Als Beispiel nannte er Israel, wo mehr als die Hälfte der Infizierten bereits geimpft seien.

Kickl empfiehlt Spaziergänge und Bitterstoffe gegen Corona
Da die Impfung „nicht das hält, was die Politik verspricht“, müsse es eine Änderung der Strategie geben. „Möglicherweise ist es ein falscher Ansatz, nur das Virus zu bekämpfen. Vielleicht wäre es sinnvoller, den Wirt zu stärken“, forderte Kickl „Präventionsmaßnahmen“. Auf Nachfrage meinte er, es gehe dabei um die Stärkung des Immunsystems: „Es gibt viele Möglichkeiten“, etwa „Vitaminpräparate“, die Empfehlung, „mit Bitterstoffen zu arbeiten“, sich möglichst viel an frischer Luft zu bewegen „und einen zwischenmenschlichen Umgang zu pflegen, der nicht von Angst dominiert ist“. Darüber hinaus forderte er den „verstärkten Einsatz von Medikamenten“ und mehr Unterstützung der Forschung in diesem Bereich.

Dass die Forderung der Regierung aktuell hingegen laute, noch mehr zu impfen, sei ein „Schlag ins Gesicht des Hausverstandes“. „Das Ganze hat nichts mehr mit Gesundheitspolitik zu tun, sondern es geht um beinharte Geschäftsinteressen der Pharmaindustrie.“ An die Ärzteschaft appellierte Kickl, kritisch zu sein: Die „kritiklose Massenabfertigung im Zusammenhang mit dem Impfen“ gehe mit dem Berufsethos „gar nicht zusammen“.

Von Kanzler eidesstattliche Erkärung gegen Impfzwang gefordert
Von Bundeskanzler Kurz verlangt Kickl eine eidesstattliche Erklärung, die er diesem noch am Mittwoch per Boten zukommen lassen wollte. Darin solle der Kanzler garantieren, „dass es in Österreich weder einen direkten noch indirekten Corona-Impfzwang gibt“ und dass Ungeimpfte keine Repressalien zu befürchten haben.

ÖVP-Gesundheitssprecherin: „Wissenschaftsfeindlicher Unsinn“
Diese Aussagen kommentierte die Gesundheitssprecherin der ÖVP als „wissenschaftsfeindlichen Unsinn“. Laut Gaby Schwarz sei Kickl ein „verantwortungsloser Impfgegner“, der nicht nur Menschenleben in Gefahr bringe, „sondern auch den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes“. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein betonten anlässlich der zehnmillionsten Impfung, dass man auf einem guten Weg sei: „Es ist aber wichtig, jetzt weiter dranzubleiben und auch noch jene zu motivieren, die bis jetzt nicht geimpft sind, vor allem unter den Jungen“, so der Appell der Regierung.

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