Der Betrüger wird als 50- bis 60-jähriger Mann mit "seriösem Auftreten" beschrieben. "Er muss Insiderwissen haben, weil er bei dem Betrieb die Übertretung der Sperrstunde kritisiert hat", so Gastronomie-Fachgruppenobmann Helmut Tury am Dienstag.
Hartnäckiger "Kontrolleur" kam zweimal
Am 4. März gegen 22.30 Uhr war der Unbekannte zum ersten Mal im Café aufgetaucht. Das Lokal schließt normalerweise um 22 Uhr. An dem besagten Freitagabend hatte man wegen einer Veranstaltung etwas länger offen. Eine Kellnerin war beim Zusperren, als der "Kontrolleur" aktiv wurde: "Er hat sich als Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft, der die Sperrstunde kontrolliert, ausgegeben", schilderte Tury. Ausgewiesen habe sich der Mann nicht.
Weil die Chefin nicht mehr im Lokal war, musste der Mann unverrichteter Dinge abziehen. Doch er zeigte sich hartnäckig. Zwei Tage später, am Sonntagabend, besuchte der Unbekannte ein zweites Mal das Café, diesmal mit Erfolg. Die Wirtin gab ihm schließlich 150 Euro.
Ihrem Lebensgefährten erschien der Betrag etwas hoch, weshalb er sich an die Bezirkshauptmannschaft wandte. Dort erfuhr der Mann, dass die Behörde niemand ausgeschickt hatte, um die Sperrstunde zu kontrollieren.
Auf jeden Fall den Ausweis zeigen lassen
"Leute, die Kontrollen in Betrieben durchführen, sollten sich ausweisen. In der Regel tun sie das auch", so Tury. Derartige Kontrollen werden nur von der Polizei und der Bezirkshauptmannschaft durchgeführt, hieß es von der Wirtschaftskammer Burgenland, die in einer Aussendung vor dem Betrüger warnte.
"Wird man kontrolliert, sollte man sich in jedem Fall den Ausweis zeigen lassen und im Zweifel bei der Wirtschaftskammer, der Polizei oder der Bezirkshauptmannschaft rückfragen", rieten die Experten vom Servicecenter der Kammer.
Warnung vor Betrügern auch in Wien
Erst in der Vorwoche hatte auch das Marktamt in Wien vor falschen Beamten gewarnt, die auf Wiener Märkten Imbiss-Betreibern mit gefälschtem Ausweis und Rechnungsblock Strafen "abknöpften" (siehe Infobox).
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