Kind an Hals gepackt?

Pfarrer gerät nach Eklat im Unterricht weiter unter Druck

Burgenland
14.03.2011 17:38
Weiterhin viel Aufregung gibt es um einen Pfarrer im Bezirk Neusiedl. Nach dem Eklat in einer Volksschule (siehe Infobox) haben Ermittlungen nun offenbar den Verdacht erhärtet, dass der Religionslehrer Kinder schikaniert habe und sogar handgreiflich geworden sei. Für Wirbel sorgen zudem "Einschüchterungsversuche" eines Prüfers des katholischen Schulamtes gegenüber den Eltern.

Immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik gerät der Pfarrer. Bekanntlich soll der Geistliche einem übermütigen Drittklassler zu Beginn der Religionsstunde in einer Volksschule befohlen haben, seine Hausschuhe, die der Schüler zuvor in den Mistkübel geworfen hatte, mit dem Mund herauszuholen. Dass er den Buben am Genick gepackt und ihn in den Abfall gedrückt habe, stritt der Lehrer bisher ab.

"Alle Kinder der Klasse sagten aber aus, der Pfarrer habe zugelangt", wie die Erhebungen ergaben. Nicht allein deshalb weitete die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aus. Auch haben Eltern neue Vorwürfe gegen den Pfarrer erhoben. In die Schusslinie geriet auch jener Fachinspektor des katholischen Schulamtes, der die "Causa" prüfen soll. "Wir wurden von ihm regelrecht verhört und unter Druck gesetzt", beschwerten sich Eltern. Der Inspektor will dazu vorerst nichts sagen.

Der Geistliche spricht indes weiter von "Verleumdung". Der Landesschulrat forderte ihn nun auf, seine Lehrtätigkeit auch in anderen Gemeinden zu quittieren.

von Karl Grammer, Kronen Zeitung

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