EU ist sauer
Ratingagenturen sollen an die kurze Leine
"Die vergangenen Tage unterstreichen erneut, wie wichtig es ist, das Umfeld für Ratings mehr und besser zu regulieren", erklärten EU-Währungskommissar Olli Rehn und Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme. Nach Auffassung der Kommission muss der Sektor der Ratingagenturen erweitert werden. Zudem gelte es, ein übertriebenes Vertrauen in die Bonitätsnoten zu reduzieren und die verbliebenen Interessenskonflikte auszuräumen.
Die Ratingagentur Moody's senkte am Donnerstag die Note für die Kreditwürdigkeit Spaniens. Zu Wochenanfang hatte sie bereits die Bonitätseinstufung für Griechenland um drei Noten reduziert. Die Regierungen beider Länder hatten daraufhin ihr Missfallen geäußert. Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou rief EU und Europäische Zentralbank (EZB) auf, die Probleme mit den Ratingagenturen dringend anzugehen. Ungerechtfertigte Entscheidungen der Agenturen könnten Griechenland und anderen krisengeschüttelten Ländern den Zugang zu den Finanzmärkten verbauen, kritisierte Papakonstantinou in einem Schreiben an Rehn, Barnier, Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.
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