Polizei ermittelt

Mädchen vermisst – Familie fleht: “Komm zurück!”

Tirol
08.03.2011 16:25
Seit 8. Februar gibt es von der Kufsteinerin Bianca Hromadka (16) kein Lebenszeichen mehr. Während die Polizei einen Unfall oder ein Verbrechen nicht mehr ganz ausschließt, ist sich der verzweifelte Vater sicher: "Sie ist in der Gewalt ihres von Drogen abhängigen Freundes. Doch das ist egal. Wir verzeihen alles: Bianca, bitte komm' nach Hause."

Zweimal war heuer schon Bianca, die sechs Geschwister hat, als abgängig bei der Polizei gemeldet gewesen: Vom 10. bis 14. Jänner und dann noch vom 3. bis 7. Februar. Doch damals suchte sie stets noch den Kontakt mit ihren Verwandten – entweder telefonisch oder per SMS. Nur diesmal gibt es kein Lebenszeichen. 

Vater Hans Hromadka, der mit den Nerven völlig am Ende ist ("Ich brauche Tabletten und psychologische Betreuung"), erzählt: "Die Bianca ist ein gutes, lustig Mädchen und überall beliebt. Nach Beendigung der Schule hat sie länger gebraucht, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Im vergangenen Herbst dann hat sie im Auracher Löchl in Kufstein eine Schnupperlehre begonnen und war sehr zufrieden. Aber dann hat sie einen Freund kennen gelernt und der hat das Mädchen um 360 Grad umgedreht."

Drogentest positiv
Es folgten aus der Sicht des Vaters harte Monate, in denen die Tochter mehrere Arbeitsstellen antrat – aber bald wieder verließ. Im Jänner dann verschwand Bianca am 10. spurlos. "Am fünften Tag hat sie sich selbst bei der Polizei gemeldet, die sofort das Jugendamt einschaltete. Daraufhin wurde bei Bianca ein Drogentest gemacht, der zweimal positiv war. Sie war dann eine Zeit in Kufstein, ehe sie am 3. Februar erneut von der Bildfläche verschwand."

Die zweite Abgängigkeit dauerte erneut fünf Tage. Dann war Bianca einen Tag in Kufstein, ehe seit dem 8. Februar 2011 jede Spur von ihr fehlt. "Einmal wurde sie heuer von der Polizei Wörgl aufgegriffen, im Auto ihres drogensüchtigen Freundes", schildert der Vater, der glaubt: "Sie ist in der Gewalt dieses Mannes. Aber wir halten zu Bianca – bitte melde dich bei uns!"

In Eigenregie hat die verzweifelte Familie "Steckbriefe" herstellen lassen und in Kufstein und Wörgl ausgehängt. Zudem hat ein befreundeter Lkw-Fernfahrer die Plakate im Ausland bei diversen Autobahnraststationen ausgehängt.

von Günther Krauthackl, "Tiroler Krone"

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