Der 24-Jährige aus dem Bezirk Kufstein hatte bei der Polizei telefonisch angezeigt, dass er von vier Männern überfallen und beraubt worden sei. Und konnte auch gleich ziemlich exakte Angaben zu den Tätern machen. Er beschrieb auch das Fahrzeug der Täter und konnte sogar einen Beschuldigten namentlich nennen.
So war es für die Polizei ein Leichtes, einen 23-jährigen Kufsteiner kurz danach zu finden und festzunehmen. Aufgrund dessen Aussage konnte ein weiterer Beschuldigter (25) aus Kufstein ermittelt werden, der sich freiwillig zur Klärung des Sachverhaltes in der Polizeiinspektion einfand.
Jetzt nahm der ganze Fall plötzlich eine gravierende Wende. Der 25-Jährige gab zwar zu, dass er das "Raubopfer" nach Kufstein bestellt hatte und ihm mit Drohungen und Schlägen 100 Euro abgeknöpft habe. Er habe aber einen triftigen Grund gehabt. Er wollte nämlich sein Geld, das er für einen Drogendeal bezahlt hatte, zurückhaben, da das Geschäft nicht zustande gekommen war.
Fazit der Raubanzeige: Der 24-Jährige wird wegen falscher Beweisaussage angezeigt. Und sowohl er als auch der 25-Jährige müssen sich mit Anzeigen wegen Vergehens nach dem Suchtmittelgesetz abfinden.
von Werner Kriess, "Tiroler Krone"
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