"Krone": Das jüngste Museum Tirols wurde im Vorfeld viel kritisiert. Ohne Konzept, teuer, nur auf ein starres Geschichtsbild konzentriert. Das sind nur ein paar der Vorwürfe.
Isabelle Brandauer: Entsteht etwas Neues, gibt es immer auch Kritiker. Mich verwundert nur, dass viele Vorwürfe ohne Hintergrundwissen ausgesprochen wurden. Wir stellen keine Kappe von DJ Ötzi aus, wie das Fritz Dinkhauser meint. Wir sind auch kein Hofer-Museum, das nur die Wehrhaftigkeit Tirols zum Inhalt hat. Natürlich ist die Schlacht am Bergisel allein durch das Riesenrundgemälde ein wichtiges Thema – aber nicht nur! Das Museum soll den Besuchern einen Einblick in den Mythos Tirol geben. Es ist wie eine Spurensuche. Das Eigen- und das Fremdbild der Tiroler wird hinterfragt.
"Krone": Das Riesenrundgemälde ist aber gewiss das absolute Herzstück des Museums.
Brandauer: Natürlich! Es ist ja auch ein einzigartiges Panoramabild, das perfekt auf den Bergisel passt. Die Restauratoren und Lichttechniker haben ganze Arbeit geleistet. Ich wette, dass den Besuchern der Mund vor Begeisterung offen bleiben wird. Erste Führungen mit einem ausgewählten Publikum haben wir schon veranstaltet. Da hat so mancher Kritiker der Translozierung seine Einstellung revidiert.
"Krone": Was gibt es sonst noch zu sehen?
Brandauer: Wir haben mehr als 1.600 Objekte zusammengetragen und dafür den Spitznamen "Trüffel-Schweine" bekommen. Der Großteil der Exponate stammt natürlich aus dem Fundus des Tiroler Landesmuseums. Viele Objekte haben uns aber auch Private zur Verfügung gestellt. Zu viel will ich ja nicht verraten, aber allein unsere Naturvitrine ist 40 Meter lang. Die Geschichte der Tiroler Auswanderer, das Schicksal der jüdischen Bevölkerung und auch so manch humoristischer Blick auf Tiroler Typen wird in unserem Haus geworfen.
"Krone": Das jüngste Tiroler Museum hat auch eine sehr junge Leiterin. Wie groß ist ihre Angst vor der Eröffnung?
Brandauer: Ich war seit 2007 in alle Entwicklungsphasen des Museums eingebunden. Ich sehe es als unwahrscheinliches Privileg, dieses Haus leiten zur dürfen. Je näher der Eröffnungstag rückt, umso größer wird die Anspannung. Angst ist aber keine dabei. Die Tiroler werden das Museum stürmen, davon bin ich ganz fest überzeugt.
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