Ihre eigenen Vorstellungen von Kinderbetreuung und Familie hat die Bregenzerwälderin Magdalena Bechter. Für Mütter, die ihre Kinder zu Hause betreuen, wünscht sie sich beispielsweise eine Pensionsabdeckung.
Im Sommer leben Magdalena und Christof Bechter nicht auf ihrem Hof in Hittisau, sondern gemeinsam mit ihren beiden Kindern und den Großeltern auf der Alpe Lache. Hier im Lecknertal, schon auf bayerischem Boden, genießen die sechs das Familienleben.
Selbst mit fünf Geschwistern auf einem Hof aufgewachsen, hat sie einen Landwirt geheiratet. „Ich habe mir immer gesagt: Wenn ich das Glück habe, Kinder zu bekommen, will ich auch für sie da sein. Für mich ist ein Kind ein großes Geschenk. Ab und zu kommt es mir vor wie ein Modetrend. Wenn die Nachbarin ein Kind hat, muss man auch eines haben. Und wenn ich keine Zeit habe, sollte sonst jemand da sein, der sich kümmert.“
Anerkennung gefragt
Der Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Betreuung kann die zweifache Mutter wenig abgewinnen. Sie wünscht sich vielmehr eine kleine Anerkennung für diejenigen, die ihre Kinder zu Hause betreuen. „In Hinblick auf Altersarmut wäre es gut, wenn es - ähnlich wie bei der Pflegekarenz - eine Pensionsabdeckung gebe.“Absurde ForderungenVerärgert ist die junge Frau über die Aussagen gewisser Landtagsabgeordneter, denn „ich finde nicht, dass Kinderbetreuung zu 100 Prozent dem Staat gehört - und auch nicht, dass Frauen, die ihre Kinder daheim betreuen, den Kleinen die Bildungschancen nehmen.“ Diejenigen, die nun in gehobenen Positionen arbeiten und ein frühes Betreuungsangebot fordern, seien vor 40, 50 Jahren sicher nicht im Alter von einem Jahr abgegeben worden.
Sicher, in Staaten wie etwa der DDR sei das anders gewesen. „Aber da wollte ja auch der Staat die Kinder erziehen und dies nicht der Familie überlassen.“ Die Vorteile, eine Mama daheim zu haben, liegen für Magdalena Bechter klar auf der Hand. „Es macht einen großen Unterschied, ob man mittags nach Hause kommen und mit den Eltern reden kann, wenn man einen schlechten Tag in der Schule gehabt hat.“
Betreuungsangebote grundsätzlich gut
Bis die eigenen Kinder in die Schule kommen, werden noch ein paar Jahre ins Land ziehen. Laura ist erst zwei Jahre alt, und für den vierjährigen Johannes sind im Herbst die ersten Tage im Kindergarten angesagt. „Seine Freunde gehen, und ich denke, dass er soweit ist.“ Dass es Betreuungsangebote gibt, findet die Bregenzerwälderin grundsätzlich gut. „Ich akzeptiere auch, dass es Frauen gibt, die die Angebote schon früh nutzen. Wenn es aber heißt, dass man Kindern etwas Schlechtes tut, wenn man sie zu Hause betreut oder dass manche Frauen zu faul zum Arbeiten sind, dann kann ich das nicht akzeptieren.“
Vertrautes Umfeld
Völlig unvorstellbar wäre es für sie, eine Kleinstkinderbetreuung mit einem Betreuungsschlüssel von 1:7 zu nutzen wie dies etwa in Wien der Fall ist. Eine Betreuerin muss sich dort um sieben Buben und Mädchen kümmern, die gewickelt werden müssen, noch nicht sprechen können. „Vor den Betreuerinnen habe ich großen Respekt. Denn selbst als Mama weiß ich ja nicht immer, was mein Kind will, wenn es weint. Und ich frage mich, was in den Kleinen vorgeht, wenn sie von einem Tag auf den anderen Tag aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden.“
Fern der Großstadt genießen Laura und Johannes nun das Mittagessen mit Eltern und Großeltern. Es gibt Reis mit Pfifferlingen. Natürlich selbst gesucht. „Nicht nur im Stall und beim Sennen, sondern auch in der Natur kennen sich die beiden inzwischen ganz gut aus“, sagt die Mama und lacht. Ein Familienidyll auf der Alp.
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