02.03.2011 16:13 |

Liebe über den Tod

Berger und Ganz in "Satte Farben vor Schwarz"

Wie weit reicht die Liebe? Bis zum Tod oder darüber hinaus? Kann das Leben weitergehen, wenn der geliebte Mensch stirbt? Und wie sieht diese Liebe aus, wenn man schon Jahrzehnte zusammen ist? In ihrem Kinodebüt "Satte Farben vor Schwarz" (Kinostart: 4. März) setzt sich die Regisseurin Sophie Heldmann mit diesen schwerwiegenden Fragen auseinander.

Der Schweizer Bruno Ganz und die Wienerin Senta Berger brillieren darin als Ehepaar, das nach fast 50 Ehejahren scheinbar am Ende des gemeinsamen Weges angekommen ist. Jeder versucht nun auf eigene Weise, mit dem unentrinnbaren Schicksal klarzukommen und seine Antwort auf das große Tabuthema Tod zu finden.

Dabei könnte die Lösung so einfach sein. Der krebskranke Ehemann Fred (Ganz) begibt sich in Behandlung, reizt alle Möglichkeiten der Medizin aus und genießt seine letzte Lebenszeit noch so lange wie möglich im Kreise seiner Familie. Und seine Frau Anita (Berger) könnte als Witwe nach einer schweren Zeit der Trauer versuchen, mit Kindern, Enkelkindern und Freunden nach und nach ihr eigenes Leben aufzubauen.

Ein tröstlicher Gedanke, doch Heldmann schwebte etwas anderes vor. Ihre Charaktere sind widerborstig. Fred will sich nicht behandeln lassen, auch nicht auf Drängen seiner erwachsenen Kinder und der Enkeltochter, die kurz vor dem Abitur steht. Er entzieht sich dem trauten Familienfrieden und hat sich sogar heimlich eine Wohnung gekauft, in die er sich zum Nachdenken und Alleinsein zurückzieht. Anita ist geschockt, als sie zufällig hinter dieses Geheimnis kommt. Maßlos enttäuscht packt sie ihre Koffer und zieht aus. Doch leicht ist es nicht, sich nach so vielen Jahren zu trennen. Schnell wird Fred und Anita klar, dass sie ihren Weg trotz der Differenzen weiter gemeinsam gehen wollen.

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