Mehr als 70 Prozent Besucherrückgang in Vergleich zu 2019 verzeichneten die österreichischen Museen im letzten Corona-Jahr. In der Steiermark schaut es nicht ganz so schlimm aus, bestätigt unser Rundruf. Der Städtetourismus ist hier nicht ausschlaggebend, man setzt seit jeher auf lokale Interessierte.
Bis zu 75 Prozent weniger Besucher musste so manches Museum in Wien für das Corona-Jahr 2020 vermelden. Das ergab eine Umfrage des Museumsbunds Österreich in Kooperation mit Statistik Austria, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. Verzeichneten die österreichischen Museen im Jahr 2019 noch 20,6 Millionen Besuche - ein neuer Rekord -, so waren es 2020 lediglich 6,4 Millionen. Besonders hart traf es all jene Häuser, die vor allem vom Tourismus leben.
Statt Urlaub: Steirer gingen ins Museum
Für Wolfgang Muchitsch, Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, ist die Steiermark im Vergleich dazu mit einem blauen Auge davongekommen. „Wir hatten zu 60 Prozent geöffnet und konnten auch 60 Prozent Besucher verzeichnen“, rechnet Muchitsch vor. Vor allem die regionalen Standorte schafften es, ihr Stammpublikum zu binden.
Dazu kommt, dass viele Steirer nicht auf Urlaub ins Ausland gefahren sind, stattdessen die heimischen Museen aufgesucht haben. „Aktuell liegen wir sogar über dem Vergleichszeitraum 2019“, freut sich der Chef des zweitgrößten österreichischen Museumsverbandes. „Selbst Touristenmagneten wie Zeughaus und Kunsthaus stehen zurzeit besser da.“
Museen mit Freibereich im Vorteil
Vor allem die Museen mit Freibereich wie der Skulpturenpark oder Schloss Eggenberg laufen sehr gut. Nur in Stübing hat man noch ein wenig Aufholbedarf. Das liege aber am reduzierten Veranstaltungsangebot, ist sich Muchitsch sicher.
Positiv ist die Situation auch im GrazMuseum, das mit seinem neuen Zweitstandort am Schloßberg, der großteils outdoor ist, seit der Eröffnung im September 2020 großes Besucherinteresse wecken konnte.
„Langsam kommen auch wieder die Gruppen“
Durchaus zufrieden mit dem Besuch ist man im Südbahnmuseum in Mürzzuschlag. „Zwar haben wir bis Jahresende unsere Öffnungstage auf Donnerstag bis Sonntag reduziert, aber da kommen jetzt viele Besucher, mittlerweile auch wieder aus Ungarn oder Tschechien“, freut sich Doris Ukaj. Noch sei man zwar nicht auf dem Stand von 2019, aber die Situation verbessere sich zusehends. „Es kommen langsam auch wieder Bus-Gruppen und Pensionisten-Ausflüge zu uns.“
Steiermark-Schau hinter Erwartungen
Ein Neustart nach Landesausstellungen und Regionalen sollte die von Kulturlandesrat Christopher Drexler initiierte Steiermark Schau sein. Die Erwartungen waren groß und wurden bislang enttäuscht. Doch in einem Jahr, in dem das Virus immer noch allgegenwärtig ist und Eröffnungsfeierlichkeiten aller Art verhinderte, ist schwer abzuschätzen, wie groß die Nachfrage unter normalen Bedingungen gewesen wäre.
Bislang konnte man etwa 45.000 Besucher an den drei Grazer Standorten - Kunsthaus, Museum für Geschichte und Volkskundemuseum - sowie im mobilen Pavillon, der nach Hartberg und Spielberg nun in Schladming Station macht, willkommen heißen. Da ist noch Luft nach oben.
„Im Herbst rechnen wir mit den bisher komplett ausgefallenen Schulklassen und dem traditionell höheren Besucherandrang“, kalmiert Joanneums-Chef Wolfgang Muchitsch, der auch für die Steiermark Schau verantwortlich zeichnet.
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