26.11.2004 15:14 |

Finger weg!

Kampfansage an Büro-Grapscher

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz fällt zurecht in das Kapitel "Gewalt gegen Frauen". Und Grapscherei im Büro ist nichts anderes als eine Verletzung der Menschenrechte. Diese müsse viel stärker als bisher geächtet werden, hält die Arbeiterkammer aus Anlass des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fest.
Sexuelle Belästigungen werden häufigsogar als Mittel zur Einschüchterung oder zur Sicherung vonEinflusssphären im Betrieb eingesetzt, so die AK weiter...
 
Oft stellt die Belästigung eine immense Belastungfür die betroffenen Opfer dar, die dann mit psychischen undkörperlichen Beschwerden auf die Übergriffe von Kollegenreagieren. Häufig endet die sexuelle Belästigung imVerlust des Arbeitsplatzes und damit im Verlust der Existenzgrundlage.
 
Wie du dich zur Wehr setzt
Stillhalten und hoffen, dass der Kollege irgendwannschon Ruhe geben wird, löst das Problem nicht. Betroffenemüssen die Möglichkeit erhalten, sich an Vertrauenspersonenim Betrieb oder an Beratungsstellen zu wenden, ohne dass ihnendaraus der Vorwurf gemacht wird, betriebliches Vertrauen zu missbrauchen.
 
Verbesserungen im Gleichbehandlungsgesetz
Die Opfer sexueller Belästigung und Personen,die sie im Betrieb unterstützen, müssen seit dem Inkrafttretendes neuen Gleichbehandlungsgesetzes nicht mehr mit negativen Folgenim Betrieb rechnen, wenn sie sich gegen einen Belästigerzur Wehr setzen oder wenn sie die Verantwortung des Arbeitgeberseinfordern. Allerdings sind noch zentrale Verbesserungen notwendig.Die Sanktionen für sexuelle Belästigungen müssenverschärft werden. Außerdem fehlt es derzeit an arbeitswissenschaftlichenUntersuchungen über die Zahl der Betroffenen, die Art undDauer der sexuellen Belästigung.
 
Kein Kavaliersdelikt
Es sei beschämend, dass wir in Österreichkeine wissenschaftlich gesicherten Zahlen darüber haben,welche Folgen - von Krankenständen bis zu Kündigungenvon Opfern und Tätern - sexuelle Belästigungen nachsich ziehen, heißt es in der Aussendung der AK weiter, dieaußerdem von der Regierung fordert, durch öffentlicheKampagnen dafür zu sensiblisieren, dass sexuelle Belästigungkein Kavaliersdelekt ist.
Donnerstag, 17. Juni 2021
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