24.11.2004 13:56 |

Schneckenpost

Nach 286 Jahren Brief endlich am Ziel

Das ist die wahre Schneckenpost: Nach 286 Jahren hat in Deutschland ein in Eisenach in Thüringen aufgegebener Brief nun doch noch seinen Zielort in Bayern erreicht. Das Schreiben der geistlichen Obrigkeit in Eisenach vom 26. September 1718 war dem Amtmann der Lichtenburg in Ostheim vor der Rhön zugedacht.
Der Brief, der damals über ein "Postnetz"von Metzgern und Viehhändlern transportiert worden war, wurdeaber an Ostheim bei Hanau zugestellt. Dort verstaubte er schließlichim Stadtarchiv. Nach einer Reihe von Zufällen landete derBrief nun im richtigen Ostheim.
 
Auslöser dafür war, dass der 73-jährigeHobby-Heimatforscher Karl Schneider im unterfränkischen Ostheimvor der Rhön vor kurzem eine Gruppe aus dem hessischen Ostheimdurch seine Stadt führte. Dabei habe - so schilderte Schneideram Mittwoch - ein Herr nebenbei einen Brief erwähnt, deraus Anlass des Stadtjubiläums vor einiger Zeit wieder ausdem Archiv hervorgekramt worden sei. Allerdings habe man die Schnörkelschriftnicht richtig entziffern und einordnen können. Diese Geschichteließ den umtriebigen unterfränkischen Stadtführerhellhörig werden. Er ließ sich eine Kopie geben undübersetzen. Vergleiche mit dem Stadtbuch und weitere Belegebezeugten, dass der Brief in die Rhön gehörte.
 
Das Schreiben ist unterzeichnet mit "Der VerordnetePräsident, Räthe und Assessorres des Oberconsistorydaselbst, Andreas Rosa". Darin wird den Ostheimern nach dem Todihres Geistlichen Insepectors Ernst Berger geraten, alsbald einenNachfolger zu finden. Dieser wurde seinerzeit auch gefunden, wenngleichder Brief erst knapp drei Jahrhunderte später in der Gemeindeankam.
Samstag, 15. Mai 2021
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