Heiße Sommertage machen den meisten Menschen zu schaffen, doch nicht alle leiden gleich stark. Auch der Schweiß fließt bei dem einen schon in Strömen, während der andere noch relativ cool bleibt. Sind diese Unterschiede abhängig vom Geschlecht? Forscher untersuchten, ob und warum der Körper von Männern mit hohen Temperaturen anders um geht als jener von Frauen.
Klettert die Anzeige des Thermometers im Sommer in die Höhe, belastet dies Frauen offenbar mehr als Männer. In der Umfrage einer deutschen Krankenkasse bewerteten 54 Prozent der befragten Frauen ihr Befinden bei Hitze schlechter als bei normalen Temperaturen. Bei Männern waren es 36 Prozent. Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Schwindel gehörten zu den häufigsten Beschwerden. Dies könnte daran liegen, dass Frauen allgemein einen niedrigeren Blutdruck haben und dieser hitzebedingt noch weiter absinkt, da sich die Gefäße erweitern. Auch bei der „Kühlfunktion“ des Organismus, dem Schwitzen, zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer neigen mehr zum Schwitzen als Frauen, so heißt es. Doch stimmt das wirklich? Ist hier tatsächlich das Geschlecht ausschlaggebend?
Männer schwitzen, Frauen „glühen“
Der menschliche Organismus ist einer „Betriebstemperatur“ von 37 Grad Celsius angepasst. Um im Fall einer Überschreitung dieses Sollwertes für Kühlung zu sorgen, kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Eine Möglichkeit ist Schwitzen, die andere eine verstärkte Durchblutung der Hautoberfläche. Dabei erweitern sich die Blutgefäße und führen möglichst viel Wärme über die Haut ab. Die bekannte These: Männer schwitzen schneller, Frauen „glühen“ eher und beginnen erst ab einer höheren Körpertemperatur zu transpirieren, wurde bisher vorrangig mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron erklärt.
In einer Studie der University of Wollongong in Australien stellten Forscher jedoch fest, dass das Geschlecht einen geringeren Einfluss auf die Schweißproduktion hat. Von höhere Bedeutung sei die Körpergröße, so die Wissenschafter. Kleinere Menschen schwitzen weniger als größere, da sie die Körperwärme über die Haut abgeben. Sie besitzen mehr Oberfläche pro Kilogramm Masse, wodurch es für sie leichter ist, über eine erhöhte Blutzirkulation abzukühlen. Große hingegen bedienen sich der anderen „Kühltechnik“ und transpirieren - dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.
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