Die Bluttat am Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing weckt auch in Graz schlimme Erinnerungen: Vor einem Jahr attackierte ein Unbekannter eine Frau am Grab ihres Mannes. Die 73-Jährige überlebte nur ganz knapp.
Er sagte nur drei Wörter: „Ich hasse dich.“ Dann stach der unbekannte Mann am Friedhof St. Leonhard in Graz einfach zu. Die 73-Jährige, die an diesem wolkenverhangenen Wintertag Ende Jänner 2025 das Grab ihres Mannes besuchte, hatte keine Chance. Sie erlitt bei dem Angriff massive, tiefe Schnittverletzungen im Gesicht und am Hals – zugefügt vermutlich mit einem Stanleymesser. Die Grazerin überlebte nur dank Not-Operation.
Wie in Wien war auch das offenbar eine reine „Zufallstat“, eine ganz zufällige Begegnung. Sie kannten sich nicht, es wurde nichts geraubt. Jeder hätte zum Opfer werden können.
Begleitung beim Friedhofsbesuch
Die Bluttat in Wien weckt natürlich auch beim zuständigen Pfarrer Hans Schrei böse Erinnerungen. „Wochenlang haben wir damals mit Hilfe von Freiwilligen Friedhofbesucher begleitet, die Angst hatten“, erinnert sich der Seelsorger. „Mit der Zeit haben sich die Leute dann selbst zusammengeredet und gegenseitig geholfen. Da wurde aus etwas Schlechtem auch etwas Gutes.“ Und auch jetzt ist der Pfarrer für seine Schäfchen da. „Jeder kann sich gerne melden.“
Die Menschen sollten das unbedingt auch tun, wenn sie am Friedhof verdächtige Wahrnehmungen machen, betont der Gottesmann. „Wir nehmen jeden Hinweis ernst, er sollte nur sehr zeitnah erfolgen“, heißt es auch seitens der Polizei.
Von Angreifer fehlt weiter jede Spur
Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Dienstag treffen wir einen Friedhofsbesucher, der am Grab seiner Eltern gerade eine Kerze anzündet. Ob er sich unwohl fühlt? „Nein“, sagt der Grazer entschieden, „ganz im Gegenteil. Ich fühle mich jedes Mal sehr wohl, wenn ich bei meinen Eltern bin.“
Von dem Angreifer selbst fehlt ein Jahr nach der Tat jede Spur. Obwohl die Mordermittler jeder noch so kleinen Spur nachgingen und auch von Profilern aus Wien unterstützt wurden.
Sichergestellte DNA konnte bislang (noch) nicht zugeordnet werden. „Die Ermittlungen laufen weiter“, betont Christian Kroschl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.
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