Wie ein Flächenbrand breiten sich Verstrickungen hochrangiger Politiker in das Netzwerk von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein über Europa aus. Diesmal im Fokus: der frühere norwegische Ministerpräsident Thorbjørn Jagland, der auch jahrelang Generalsekretär des Europarates war.
Wie auch in Großbritannien ermitteln die Behörden in Norwegen wegen des Vorwurfs der schweren Korruption. Der frühere Spitzenpolitiker Jagland soll während seiner Zeit im Europarat in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet und in dessen Anwesen in Palm Beach Urlaub gemacht haben. Der 2019 in Haft gestorbene US-Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, mit einer bis heute unbekannten hohen Zahl an teils minderjährigen Opfern.
„Belastung“: Ex-Ministerpräsident im Krankenhaus
Jagland ist eine der prominentesten Persönlichkeiten, die durch die Freigabe der Akten zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Bedrängnis geraten sind. Wie sein Anwalt am Dienstag mitteilte, sei der frühere Ministerpräsident „aufgrund der Belastung durch den Epstein-Skandal“ ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 75-Jährige werde demnach langfristig medizinisch betreut. Norwegischen Medienberichten zufolge hatte Jagland versucht, sich das Leben zu nehmen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.
Durchsuchungen in Norwegen
Zudem teilte der Anwalt mit, dass sein Mandant mit der zuständigen Ermittlungsbehörde zusammenarbeite, er meine aber nicht, dass Umstände vorliegen, die zu einer Strafverfolgung führen. Beamte der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität hatten Durchsuchungen in Wohnsitzen des 75-Jährigen durchgeführt.
Jagland war nach seiner Zeit als Ministerpräsident (1996 bis 1997) jahrelang Generalsekretär des Europarates sowie Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees gewesen. Der Europarat hatte zuletzt auf Wunsch Norwegens die Immunität in Bezug auf Jaglands Amtszeit als Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019 aufgehoben.
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