Afrikaner verehren ihn als Heiler: Herbert Bronnenmayer (71) aus Micheldorf genießt im Sudan Kultstatus. Für die Ärmsten verzichtete der gebürtige Diersbacher auf eine Karriere als Arzt.
Wenn Dr. Herbert Bronnenmayer einen Raum betritt, spürt man seine Aura. Er spricht ruhig, beobachtet ständig seine Patienten: „Ich versuche, in ihre Seele zu blicken. Viele reiche, prominente Menschen waren schon in meiner Ordination. Für mich sind alle gleich. Ich arbeite zuerst mit ihnen ihr Leben auf!“
Auf Karriere als Primar verzichtet
Der Sohn eines Landarztes und einer Baronin, die als Krankenschwester arbeitete, schloss in Rekordzeit sein Studium ab. An den renommierten Unis in Heidelberg, London, Hamburg ließ er sich zum Tropenmediziner ausbilden. „Ich hab’ auch eine Tischlerlehre absolviert und mir als Mietwagenfahrer das Studium mitfinanziert“, erzählt der gebürtige Innviertler stolz, „für die Ärmsten in Afrika hab’ ich auf eine Karriere als Primar verzichtet.“
Ernährung, Stress und Hochsensibilität
Bronnenmayer war in einem Zehn-Jahres-Rhythmus immer in Spezialgebieten unterwegs: zuerst führte er als einer der ersten Ärzte EKG-Laufband-Leistungstests nach US-Jogging-Guru Dr. Cooper durch. Später als Ernährungswissenschaftler, dann als Stressmanager und jetzt kümmert er sich um hochsensible Menschen und ihre Beziehungen: „Sie werden oft fälschlicherweise als schwierig bezeichnet. In Wahrheit sind sie hochqualifiziert.“
Berufung gefunden
Seine wahre Berufung fand er in Afrika: „Das Buch ,Ein Mann für Afrika‘ über Urwaldarzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer gab mir den Anstoß.“ Bronnenmayer arbeitete mit Partnerin Veronika Kunze oft unter Lebensgefahr im Süd-Sudan am Projekt „MiakWadang“ (zu Deutsch: Zukunft, Kto: AT19 2032 0250 0000 5008). Tagelange Märsche durch Sumpfgebiete bei 50 Grad im Schatten, Malaria und Ordinieren in Bürgerkriegsgebieten musste der „Heilige“ aus Micheldorf dabei meistern.
Reinhard Waldenberger/Kronen Zeitung
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