Brennpunkt Kitzbühel

Wetterwarnung betrifft vor allem das Unterland

Nachrichten
17.07.2021 08:00

Das verheißt nichts Gutes: Jenes Tief, das dieser Tage im Westen Deutschlands für eine Katastrophe sorgte, wird nun auch Tirol ergiebige Niederschläge bescheren. Je nach Wettermodel werden bis Montag lokal bis zu 150 Liter/m² erwartet - ein selten hoher Wert! Die Tiroler Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft, denn das Land gab bereits eine erste Warnung heraus.

Der Innsbrucker Meteorologe Christian Zenkl sah sich die Wettermodelle für die „Tiroler Krone“ genauer an: „Der zeitliche Schwerpunkt der Niederschläge liegt zwischen Samstagmittag und Sonntagabend. Am meisten Regen fällt entlang der Nordalpen, hier sind verbreitet um 40 bis 100 Liter wahrscheinlich. Vom Tiroler Unterland ostwärts sind punktuell auch Summen nahe der 200 Liter möglich.“ Die ZAMG verhängte für einen Streifen, der am Nordrand der Alpen vom Tiroler Unterland bis nach Niederösterreich reicht, die orange Alarmstufe. Das bedeutet: „Achtung, die aktuelle Wettersituation kann zu Beeinträchtigungen des Alltages führen und/oder Schäden verursachen. Verfolgen Sie die aktuellen Wetterprognosen!“ Die Skala ist vierstufig (grün, gelb, orange, rot).

Dauerregen zudem von Gewittern begleitet
Meteorologe Zenkl erklärt, was sich in der Atmosphäre abspielt: „Ein hochreichendes Tief schaufelt feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeerraum, aber auch aus dem Bereich Ostsee im Gegenuhrzeigersinn zu den Alpen. Zusätzlich ist die Atmosphäre im Sommer ohnehin schon labiler aufgebaut als zur kalten Jahreszeit. Durch das Tiefdruckgebiet wird die Konvektion, das Aufsteigen der Luftmassen, nochmals gefördert. Regional werden die Niederschläge von Gewittern begleitet.“

 Im Bezirk Kitzbühel ein 30-jähriges Ereignis? 
Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber erhielt gestern um 11 Uhr eine erste Warnung des Landes. Demnach ist für den Bezirk Kitzbühel ein 30-jähriges Hochwasser zu erwarten. „Wenn die Warnungen für bestimmte Orte konkreter werden, erhält sie jeder Feuerwehrkommandant auf sein Handy“, sagt Gruber. Feuerwehrmänner, Gerätschaften und Sandsäcke seien an allen Brennpunkten sofort verfügbar. Theoretisch stehen rund 22.000 Florianijünger parat.

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