14.07.2021 15:00 |

Corona-Leugner

„Heimat & Umwelt“: Die Tirol-Tour einer Initiative

Die Initiative „Heimat & Umwelt“, die bereits in Ostösterreich durch Corona-Großdemonstrationen für Unmut sorgte, hat nun den Westen der Republik entdeckt. Nun „beglücken“ sie im Monat Juli die Städte Innsbruck, Kufstein und Wörgl mit ihren wirren Theorien.

Laut ihrer Homepage führt die Initiative „Heimat & Umwelt“ aktuell eine Bundesländer-„Tournee“ mit Info-Stand-Kundgebungen zur „Corona“- und Impf-Aufklärung, in Tirol, Salzburg und Vorarlberg durch. Ende vergangener Woche hatte dieser Stand seinen plakativen Platz im Zentrum Kufsteins. Anfang dieser Woche wurden die kruden Theorien von Inge Rauscher und ihren Helfern in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße unters Volk gebracht. Im Telefongespräch mit der „Tiroler Krone“ betonte die 72-jährige Inge Rauscher, dass die Initiative „Heimat & Umwelt“, der sie als Obfrau vorsteht, seit 30 Jahren bestehe.

Angstmache wird zum System gemacht
„Heimat und Umwelt“ sieht in den gesetzten globalen und internationalen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen „Vorwand für immer weitergehende Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte aller Bürger, zugunsten einer durch nichts und niemanden legitimierten Weltdiktatur.“ So existiere kein „Gesundheitsnotstand“, da dieser nur behauptet werde. Corona sei auch der Vorwand, um mit voller Absicht unsere Wirtschaft zu zerstören. Masken-, Test- und Impfzwang sollte man doch Bitte als reines Machtmittel durchschauen!

Corona-Impfungen sind „ein großer Irrweg“
Apropos, die notwendigen Corona-Impfungen seien der große Irrweg. Hierbei ist es ihnen auch nicht zu blöd, den tragischen Fall des dänischen Fußballspielers Christian Eriksen in Einklang mit den von ihnen georteten „Gefahren“ der Impfung zu bringen, als dieser zu Beginn der EM auf dem Platz kollabierte und wiederbelebt werden musste. Laut Internet-Fake-News, welche von ihrem Infoblatt „Wegwarte“ übernommen wurden, soll Fußballer Eriksen zwölf Tage vor diesem Vorfall eine Impfung erhalten haben.

Verhöhnung von Betroffenen
Den sprichwörtlichen Vogel schießt aber „Heimat & Umwelt“ mit seinem „Corona=Fake“ Logo ab. Dieses grafisch primitiv gestaltete Bildzeichen, welches in seiner Farbgebung (Schwarz, Weiß, Rot) stark an das Symbol eines Verbrecherregimes der Vergangenheit erinnert, ist durch seine Aussage ein harter Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der einen anderen durch das heimtückische Virus verloren hat. Rauscher sieht dieses unzählige Male auch als Aufkleber produzierte Logo als eine Überzeichnung an, die einfach zum Nachdenken anregen sollte.

Relativierung des Offensichtlichen
Auf die wirklich zum Überlegen anregende Farbgebung des Zeichens angesprochen, meint die im Umgang mit Medien sehr erfahrene Frau: „Ich weiß jetzt nicht, was sie meinen, aber das sind halt irrsinnig plakative Farben mit Signalwirkung.“ Inge Rauscher focht im Winter 1984/85 Seite an Seite mit Galionsfiguren der Grünen wie Freda Meissner-Blau gegen die Zerstörung der Hainburger Au. Sie setzte sich gegen die Atomenergie ein und war zehn Jahre Grüne Gemeinderätin ihrer Heimatgemeinde.

Ehemalige Erz-Grüne mit starkem Rechtsruck
2016 kam dann der Sinneswandel, sie unterstützte Norbert Hofer (FPÖ) bei der Bundespräsidentenwahl, da dieser für sie für ein Mehr an direkter Demokratie stand und sich stärker als Van der Bellen für erneuerbare Energien einsetze. Bundesweit bekannt wurde die ehemalige Ultra-Grüne auch als Initiatorin des Anti-EU-Volksbegehrens.

Hubert Berger
Hubert Berger
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