Blitz ins Herz

Opel Manta GSe: Frau Müllers Oldie surrt mit uns

Motor
17.07.2021 00:00

Der Manta kehrt zurück! Opel-Chef Michael Lohscheller hat die Katze aus dem Sack gelassen, „Mitte des Jahrzehnts“ soll eine Neuauflage auf die Straße kommen. Rein elektrisch. Der Grund für die wieder entdeckte Liebe in Rüsselsheim: der Manta GSe. Dem Klassiker von 1970 wurde ein E-Motor eingepflanzt - heraus kam der Manta GSe! Und die „Krone“ durfte das Einzelstück sogar auf den Straßen rund um das Stammwerk fahren...

(Bild: kmm)

Kupplung, Handschalter - das kennt man nicht in einem Elektroauto. Die meisten haben nur einen Gang. Hier sind’s vier. Dabei hatte er ursprünglich einen 1,6-l-Vierzylinder, 80 PS und 3-Gang-Automatik, gehörte einer gewissen Hertha Müller aus Wiesbaden - die ihren Manta A im Jahr 1988 kurzerhand dem Opel-Werk schenkte.

Das originale Orange wich dem knalligen „electric yellow“ mit schwarzer Haube, beim sportlichen Manta GT/E mit 105 PS einst mattschwarz, hier glänzend. Ein schwarzer Manta-Schriftzug ziert das Heck, die runden LED-Leuchten sind eine Spezialanfertigung, über die Original-Spiegel wurden Deckel aus dem 3D-Drucker gestülpt. Bei den LED-Scheinwerfern hat man sich beim Zafira bedient, dazwischen prangt der Pixel-Vizor-Grill - ein Display, über das flotte Sprüche laufen.

Für flottere Gangart als im Original sorgt nun E-Motor mit 147 PS unter der Haube, derdie Hinterachse antreibt. Also Kupplung treten, Gang einlegen, dank 255 Nm Drehmoment können wir mit der Zweiten losfahren. Und brauchen die Kupplung nicht einmal schleifen zu lassen. Zügig geht`s Richtung Tempo 100, zügig geht´s auch innen zu - die Spaltmaße sind nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit.

Hunderter-Zeit und Topspeed bleiben ein Geheimnis des 90-köpfigen Teams, das ein Jahr lang daran an diesem Restomod werkte. Mit den 1140 kg hat der E-Motor jedenfalls leichtes Spiel. 175 kg wiegt der GSe mehr als im Original, das geht aufs Konto der 31-kWh-Akkus. Die sitzen im Heck und sorgen für eine 48:52-Gewichtsbalance. Geladen wird mittels Rekuperation - und natürlich am Kabel: Da allerdings nur mit 9 kW, ein Schnelllade-Stecker hätte nicht so schön unter den originalen Tankdeckel gepasst.

Gerade noch hineingepasst haben die Sportsitze aus dem Adam S,das dreispeichige Petri-Lenkrad fand sich hingegen schon bei Sportautos von einst. Servounterstützung hat die Lenkung noch immer keine. Braucht man ja auch nur im Stand. Und das passt auch perfekt zum zum puristischen, mechanischen Fahrgefühl, das die Opelaner wunderbar in dieses E-Auto übertragen haben. Das spürt man beim Fahren. Obwohl man statt der originalen 13-Zoll-Stahlfelgen nun auf modernen 17-Zoll-Alus rollt, auch hinten statt Trommel-nun Scheibenbremsen verzögern. Und obwohl ins Original-Cockpit mit seinen Schiebereglern für die Lüftung die zwei Displays aus dem Mokka-e integriert wurden.

Serienfertigung? Dieses Auto bleibt ein Einzelstück. Doch der scheidende Opel-Chef Michael Lohscheller hat sich dermaßen in den GSe verknallt, dass er grünes Licht für einen Manta-e gegeben hat. Allerdings verraten die ersten Entwürfe: Das wird kein flaches, zweitüriges Coupé, sondern eher ein Crossover, vielleicht sogar mit vier Türen. Opel-Konzernmutter Stellantis hat für 2023 ja gleich vier Elektro-Plattformen versprochen, eine davon sollte passen - womöglich sogar mit Heckantrieb ...

Stefan Burgstaller

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(Bild: kmm)



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