Brutale Erpressung

Vergewaltigung und Raub: Drei Kärntner zu Haft verurteilt

Kärnten
14.02.2011 14:02
Wegen schwerer Nötigung, schweren Raubes, Erpressung und Vergewaltigung haben sich am Montag drei Kärntner vor einem Schöffensenat am Klagenfurter Landesgericht verantworten müssen. Eine 22-jährige Villacherin fasste sechs Jahre Haft aus, ihr 20 Jahre alter Bekannter fünf Jahre. Ein 32-jähriger Beitragstäter aus Villach muss vier Jahre verbüßen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Begonnen hatte die Geschichte mit einem Racheakt im August 2010. Die 22-Jährige entführte mit ihren zwei Komplizen ihre vermeintliche Rivalin, bedrohte sie mit einer Schreckschusspistole und verprügelte sie. Das Mädchen wurde zudem gezwungen, einen weiteren 21-jährigen Bekannten anzurufen und zu einem Treffpunkt zu locken.

Bursche sexuell missbraucht
Dieser hätte, nach Meinung des Trios, etwas mit einem Einbruch in die Wohnung des 20-Jährigen zu tun, außerdem war Eifersucht über dessen Ex-Freundin im Spiel. Der 21-jährige Bursche wurde in ein Auto gezerrt, bedroht und geschlagen. In einer Schottergrube bei Villach musste er sich ausziehen und wurde sexuell missbraucht, was von der Staatsanwaltschaft als Vergewaltigung gewertet wurde.

21-Jähriger gab seinem Peiniger 2.000 Euro
Von dem eingeschüchterten Opfer verlangte das Trio außerdem noch 2.000 Euro. Da der junge Mann an diesem Tag nicht mehr an das Geld kam, wurde er über Nacht festgehalten. Am nächsten Tag behob der verängstigte 21-Jährige das Geld bei der Postbank und überließ es seinem Peiniger. Der Rachewahn des 20-Jährigen nahm jedoch kein Ende.

Als dem Trio der wahre Einbrecher bekannt wurde, bedrohten sie diesen ebenfalls, er solle Geld herausrücken. Da er keines hatte, wurde er gefesselt und seine Freundin mit dem dritten Täter zum Geldholen geschickt. Als die beiden mit 400 Euro zurückkamen, wurden der vermeintliche und der tatsächliche Einbrecher schließlich freigelassen.

Angeklagte umfassend geständig
Alle drei Angeklagten legten vor dem Schöffensenat umfassende Geständnisse ab. "Es tut mir leid, ich weiß, dass ich nun die Konsequenzen meines Handelns tragen muss", erklärte der 20-Jährige auf Befragen durch Richter Alfred Pasterk. Die mehrjährigen Haftstrafen begründete er unter anderem damit, dass hier mehrere Verbrechen zusammengekommen seien.

Dass die 22-Jährige mit sechs Jahren die höchste Strafe erhielt, liegt laut Pasterk daran, dass es sich um "schweren Raub" mit einer Waffe gehandelt habe. Die drei Täter nahmen ihre Urteile an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

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