Am Samstag ist Plastiktütenfreier Tag. Das Verpackungsmaterial ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Dass es aber sehr wohl auch ohne geht, zeigt der Unverpackt-Laden „Greenroot“ in der Innsbrucker Innenstadt.
Schokolade, Gewürze, und Waschmittel sind nur ein Bruchteil des Warensortiments, das Engin Dogan unverpackt in seinem „Zero Waste Shop“ („Null Müll Laden“) verkauft. „Mittlerweile bieten wir wirklich fast alles an. Das reicht von den Grundnahrungsmitteln bis zu Hygieneartikeln“, erzählt der Gründer und Geschäftsführer von „Greenroot“. Kein Produkt ist verpackt. Die Kunden bringen eigene Behältnisse mit.
Damit alles hygienisch bleibt, bekommt jeder Kunde für jede Ware eine eigene Schaufel, mit der er sich die gewünschte Menge aus den Glasbehältern nehmen kann. Gerade bei Unverpackt-Läden ist die Sauberkeit wichtig, wie Dogan betont: „Die Hygienemaßnahmen sind bei uns am obersten Standard, sie wurden bis aufs Feinste durchdacht.“
Nachhaltigkeit zählt
Seit 2018 gibt es „Greenroot“. An den Laden schließt das dazugehörige Cafe an, in dem ebenfalls verpackungsfreie Produkte verkauft und serviert werden. Gründer Engin Dogan hat die Standorte mit dem Ziel eröffnet, „den Begriff Nachhaltigkeit mit so vielen Wörtern wie möglich zu befüllen.“ Daher gibt es bei „Greenroot“ nicht nur keine Verpackungen, sämtliche Lebensmittel tragen zudem Bio-Zertifikate. Auch Regionalität spielt eine große Rolle, wie Dogan betont: „Wir schauen immer, dass es eine Möglichkeit gibt, die Ware aus der Region beziehen zu können.“ Ansonsten kaufe man im nächstgelegeneren Ort. Dann achte man dafür auf höhere Bio-Siegel.
Die Kunst besteht darin, alles unverpackt und in höchster Qualität anzubieten, und das zu einem leistbaren Preis.
Engin Dogan, Gründer und Geschäftsführer von "Greenroot"
Dementsprechend ist der Einkauf nicht ganz billig, wie auch Dogan einräumt: „Nachhaltigkeit ist immer mit diesem Kostenfaktor verbunden, das ist das Bedauerliche.“ Man versuche daher, die Preise so leistbar wie möglich zu halten.
Konzept findet Anklang
Beliebtheit findet das Konzept des Unverpackt-Ladens bei Alt und Jung gleichermaßen. Bei den älteren Kunden spielt laut Dogan die Nostalgie eine Rolle: „Bei dieser Art von Einkauf werden Erinnerungen an die Kindheit wach.“
Für jüngere, alleinstehende Personen wiederum sei die freie Mengenauswahl ein Pluspunkt: „Sie müssen nicht fünf Kilo Kartoffeln mitnehmen, die sie dann nicht verarbeiten können, sondern sie machen ein bestimmtes Gericht und kaufen dafür zwei Stück.“ Damit wirkt man auch der Lebensmittelverschwendung entgegen, weil weniger Essen im Müll landet.
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