In der Studie wurden 100 Jugendliche und junge Erwachsene mit türkischem Migrationshintergrund zu ihrer Internetnutzung im allgemeinen und der dort stattfindenden Kommunikation im speziellen befragt. 94 Prozent haben generell Zugang zum Internet und nutzen mehrheitlich das Internet mindestens an drei bis vier Tagen die Woche.
Mit großem Abstand meistgenutztes Social Network ist Facebook, das 73 Prozent für ihr "Hauptprofil" benutzen. 62 Prozent nutzen Facebook auf Deutsch, 22 Prozent sowohl auf Türkisch als auch auf Deutsch und nur 13 Prozent kommunizieren auf der Plattform ausschließlich auf Türkisch. Etwas mehr als ein Drittel gab an, Mitglied in einer speziellen türkischen Facebook-Gruppe zu sein. Die meist genannten Themen, die in solchen Gruppen besprochen werden, sind Politik, Sport, Religion und andere Bereiche wie Style, Mode oder Fernsehserien.
Video-Websites in verschiedenen Sprachen beliebt
Von den hundert befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen laut eigener Aussage 69 Prozent das Internet, um sich Filme und Serien anzuschauen oder eine Sportveranstaltung mitzuverfolgen. Mit 22 Nennungen liegt YouTube an erster Stelle, gefolgt von diziizle (19 Nennungen), einer türkischen Website, auf der die befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in erster Linie türkische Sendungen, Filme und Fernsehserien online anschauen können. Der deutschsprachige Anbieter für Online-Fernsehserien und -Filme kino.to folgt mit 8 Nennungen an dritter Stelle.
Internet als praktische Verbindung in die Türkei
"Insgesamt ist hervorzuheben, dass die Befragten oft auf türkische Anbieter für Online-Filme und -Serien zurückgreifen, da sie zum einen auf diesen Sites die Möglichkeit haben, in ihrer Muttersprache fernzusehen, zum anderen hier Filme, Serien usw. online gestellt werden, die in Österreich nicht ausgestrahlt werden", schreiben die Studienautoren. Somit würden solche Webangebote die einzige Möglichkeit darstellen, schnell, billig und einfach an türkische Filme und Fernsehserien zu gelangen. Des Weiteren wurde von den Befragten angegeben, dass das Anschauen von Filmen und Fernsehserien via Internet den Vorteil hätte, dass es hier keine Werbeunterbrechungen gäbe und das Internet mehr Auswahl hätte als das regionale Fernsehen, ein Argument, dass sich wohl mit den Motivationen von anderen Jugendlichen zur Nutzung von Online-Content weitgehend deckt.
Die Rolle als Kommunikator im "Mitmach-Web" nehmen vergleichsweise wenig der Befragten ein: Lediglich sieben Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen führen laut eigener Aussage einen Blog im Internet.









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