Geradegebogen

EU und WTO legen Bananenkrieg nach 20 Jahren bei

Ausland
03.02.2011 16:03
Nach fast zwei Jahrzehnten ist der Bananenkrieg zwischen der Europäischen Union und der Welthandelsorganisation (WTO) nun offiziell beigelegt. Das Europaparlament ratifizierte am Donnerstag ein Abkommen der EU mit den Erzeugerländern in Lateinamerika vom Dezember 2009.

Bei dem Streit ging es um die Vorzugsbehandlung der afrikanischen, karibischen und pazifischen Länder (AKP-Staaten) durch die EU. Diese Länder, unter ihnen viele ehemalige Kolonien europäischer Staaten, können ihre Bananen zollfrei in die EU einführen. Für den Import von Bananen aus Lateinamerika erhebt die EU hingegen pro Tonne 176 Euro Zoll. Dieser Satz soll dem Abkommen zufolge bis zum Jahr 2017 auf 114 Euro pro Tonne reduziert werden, was vor allem den marktbeherrschenden US-Konzernen zugutekommt.

Für die AKP-Staaten sieht das Abkommen EU-Finanzhilfen von bis zu 200 Millionen Euro vor. Damit sollen die Folgen der steigenden Konkurrenz aus Lateinamerika abgefedert werden. Geplant sind unter anderem Hilfen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Massive Kritik an dem Votum äußerten die Grünen und die Fraktion der Vereinigten Linken. Das Europaparlament in Brüssel habe damit für multinationale Konzerne aus den USA und gegen die Interessen der Entwicklungsländer gestimmt, sagte der deutsche Grüne Sven Giegold. Dies sei ein "Schlag ins Gesicht der kleinen Bananenproduzenten". Die kleinen Erzeuger in den AKP-Staaten würden nun "im weltweiten Gefeilsche" als Geiseln genommen, kritisierte auch der Kommunist Elie Hoarau aus dem französischen Überseegebiet La Reunion.

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