Im Zuge eines Pilotprojektes wurden die Einkäufe des Planungsverbandes Ötztal genau unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass es zwischen den einzelnen Gemeinden Preisunterschiede bis zu 400 Prozent gab. "So hat die eine Gemeinde für den Ankauf von 60 Liter Motoröl 360 Euro, die andere nur 140 Euro bezahlt", erklärten die Geschäftsführer der "Gem-Nova", Alois Rathgeb und Markus Bodemann. Eklatant ist der Preisunterschied auch beim Streusalz: Dort lagen die Einkaufspreise zwischen 89 und 200 Euro pro Tonne. "In Summe stellte sich heraus, dass es, wenn die Gemeinden gemeinsam einkaufen würden, ein Sparpotenzial von 23,5 Prozent gibt", erklärte Rathgeb.
1,5 Milliarden Budget
Wie Gemeindeverbands-Präsident Schöpf, der ja seit 1986 Bürgermeister von Sölden ist, vorrechnete, verfügen die 279 Tiroler Kommunen über ein Budget von 1,5 Milliarden Euro. Davon fallen in etwa 300 Millionen in den Einkaufsbereich. "Legen wir die Erkenntnisse aus dem Ötztal auf alle Gemeinden um, dann ergibt das ein jährliches Sparpotenzial von rund 70 Millionen Euro", so Schöpf.
Antwort auf Gemeinde-Fusionspläne
Für eine 2.000-Einwohner-Gemeinde mit einem Jahresbudget von vier Millionen Euro bedeutet das im Falle eines gemeinsamen Einkaufes Einsparungen in Höhe von 188.000 Euro pro Jahr. "Geld, das die Gemeinden dringend brauchen und in andere Projekte investieren können", erklärt Schöpf abschließend, der den gemeinsamen Einkauf als Antwort auf die immer wieder geforderten Gemeinde-Fusionspläne sieht.
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