Ärzte beeindruckt

US-Politikerin Giffords in Reha-Klinik verlegt

Ausland
22.01.2011 17:13
Die beim Attentat von Tucson schwer verletzte US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords ist nach "nur" 13 Tagen auf der Intensivstation am Freitag in ein Reha-Zentrum in Texas verlegt worden. Zunächst soll sie dort mehrere Tage untersucht werden, um das Ausmaß der Schäden festzustellen, die die Kugel in ihrem Gehirn verursacht hat. Nach wie vor ist unklar, ob Giffords dauerhaft behindert sein wird. Die Ärzte in Houston zeigten sich aber frohen Mutes: "Es sieht beeindruckend aus."

Giffords verließ das Universitätsklinikum in Tucson im US-Bundesstaat Arizona unter dem Jubel Hunderter Bürger, die sich am Straßenrand versammelt hatten. Kinder saßen auf den Schultern ihrer Eltern, viele winkten, applaudierten und hielten Schilder in die Höhe, auf denen sie "Gabby" alles Gute wünschten. Viele hoffen nach den positiven Berichten der Ärzte auf ein "Giffords-Wunder".

Ein mitfahrender Arzt sagte, Giffords habe den Applaus gehört und gelächelt. Ihr seien vor Rührung Tränen in die Augen gestiegen. Es sei ein sehr emotionaler und ganz besonderer Moment gewesen, erklärte Dr. Randall Friese. Die 1.500 Kilometer lange Reise in einem Privatjet verlief nach Angaben der Ärzte problemlos.

Sprechen kann die 40-jährige Politikerin von Präsident Barack Obamas Demokraten allerdings noch nicht. Sie bewege jedoch die Lippen und kommuniziere mit Bewegungen und Blicken.

Teile der Schädeldecke entfernt
Die Ärzte und Therapeuten in Texas wollen nun feststellen, wie stark Giffords Beine sind, ob sie stehen und gehen kann. Sie werden prüfen, ob die Patientin gefahrlos schlucken kann, wie klar sie denkt und wie sie kommuniziert. Sie kann beide Arme und Beine bewegen. Unklar ist, wie viel Muskelkraft sie auf der rechten Körperseite hat. 

Die Kugel durchdrang die linke Seite ihres Gehirns, die die rechte Körperhälfte kontrolliert. Der Neurochirurg Dong Kim in Texas sagte, Giffords rechte Seite sei zumindest geschwächt, man könne zeitweise auch "von einer Lähmung sprechen". Derzeit trage sie einen Spezialhelm, der ihren Kopf stabilisiert. Bei der Notoperation vor zwei Wochen mussten Teile der Schädeldecke entfernt werden, um den Druck auf Giffords anschwellendes Hirn zu verringern. Die Reha-Maßnahmen könnten bis zu sechs Monate dauern, hieß es.

Sechs Tote, 14 Verletzte bei Anschlag auf Giffords
Der geistig verwirrte Attentäter Jared Loughner hatte die 40-Jährige am 8. Jänner bei einem Bürgertreffen vor einem Einkaufszentrum in Tucson in den Kopf geschossen und dabei lebensgefährlich verletzt. Bei dem Anschlag wurden insgesamt sechs Menschen getötet, 14 verletzt. Giffords hat seit dem Kopfschuss nach Expertenangaben überraschend schnell Fortschritte gemacht.

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