20.05.2021 10:30 |

(Un)leistbares Wohnen

Tirol: 100 Quadratmeter um eine Million Euro

Zahlreiche Gesetzesänderungen wurden am Mittwoch im Tiroler Landtag beschlossen. Eine davon: Die Novelle der Tiroler Wohnbauförderung aus dem Jahr 1991. Sie soll helfen, die sich endlos nach oben drehende Preisspirale in Tirol zu durchbrechen. 

Die Kosten für’s Wohnen galoppieren davon, mittlerweile wird ein 100-Quadratmeter-Penthouse in Zirl im Neubau um eine Million Euro angeboten. Nicht viel besser ist es in Oberperfuss, wo eine Doppelhaushälfte mit etwas mehr als 110 Quadratmeter 900.000 Euro kostet - ohne Kaufnebenkosten. „Die Wohnbauförderung kann lindern, aber nicht heilen. Bau- und Grundkosten senken sowie Fördermodelle aufsetzen: Das ist der Weg bei der Wohnbauförderung und Wohnbau-LR Beate Palfrader hat in den letzten Jahren schon viel erreicht“, streute LA Dominik Mainusch seiner Parteikollegin Rosen.

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Das ist nur ein Drehen an Mini-Stellschrauben.

Liste-Fritz-LA Andrea Haselwanter-Schneider

„Das ist nur ein Drehen an Mini-Stellschrauben“, stellte Liste-Fritz-LA Andrea Haselwanter-Schneider fest. SPÖ-LA Elisabeth Blanik kritisierte in diesem Zusammenhang die gemeinnützigen Wohnbauträger, die „gewaltige Eigenkapitalquoten besitzen und den Gemeinden Grundstücke vor der Nase wegschnappen“.

Satte Überschüsse
Die gemeinnützigen Bauträger dürfen laut Blanik Überschüsse machen, aber diese nicht an die Eigentümer ausschütten. Sie gelten in Tirol als vermeintlicher Eckpfeiler für den geförderten Wohnbau und für leistbares Wohnen. Die Gemeinnützigen erzielen jedoch auch satte Überschüsse. Alleine im Jahr 2018 verzeichneten die zwei größten Bauträger, Neue Heimat und Tigewosi, Gewinne in Höhe von 21,2 Mio. sowie 7,4 Mio. Euro. Der Bundesrechnungshof empfiehlt seit Jahren, die Überschüsse auch den Mietern zukommen zu lassen.

Mieter sollen profitieren
Nach der Diskussion im Landtag rund um die Änderung des Tiroler Wohnbauförderungsgesetzes erneuerte Blanik ihre Kritik: „Wenn wir über leistbares Wohnen in Tirol reden, dürfen wir die Gemeinnützigen nicht ausklammern. Ob die Gewinne in dieser Höhe noch zu rechtfertigen sind, gilt es zu hinterfragen. Schließlich geht es um Sozialkapital, davon müssen vor allem die Mieter profitieren“, kritisiert Blanik die Verhältnismäßigkeit und kündigt eine diesbezügliche Anfrage für den Juli-Landtag an.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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