Bewegende Reden

Innsbrucks Politiker würdigen Hilde Zach in Trauersitzung

Tirol
19.01.2011 13:51
Der Innsbrucker Gemeinderat hat sich am Mittwoch mit einer Trauersitzung von der am Wochenende verstorbenen Altbürgermeisterin Hilde Zach verabschiedet. Die Sitzung fand im Plenarsaal des Rathauses statt. In emotionalen Reden würdigten sowohl politische Freunde als auch ehemalige "Kontrahenten" sie als außergewöhnliche Persönlichkeit. Ebenfalls anwesend war die Familie der Altbürgermeisterin. Landtagspräsident Herwig van Staa (VP), einer ihrer engsten politischen Wegbegleiter, bezeichnete sie als "große Politikerin unseres Landes".

Die Ansprachen von Zachs Kollegen im Gemeinderat fielen durchwegs bewegt aus. Den Anfang machte die amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), die vor allem Zachs politisches Wirken als Innsbrucker Stadtchefin hervorhob. Die Themen Wirtschaft, Politik und Kultur zogen sich als Konstanten durch ihr Leben, führte sie aus. Wirtschaftlich zu handeln habe sie als Tochter einer bekannten Innsbrucker Fleischerfamilie von der Pike auf gelernt. 

"Sie hat besondere Ära der Stadt geprägt"
Zach sei es zu verdanken, dass Innsbruck immer noch die finanziell am besten aufgestellte Landeshauptstadt sei. Konfrontationen habe sie nie gescheut. Zach habe eine ganz besondere Ära der Stadt geprägt, und sei ein wesentlicher Motor gewesen, Innsbruck ein modernes und weltoffenes Gesicht zu geben. Am Ende ihrer gefasst vorgetragenen Worte übermannten Oppitz-Plörer schließlich die Tränen.

"Starke Frau" und "beherzte Kämpferin" 
Auch die SP-Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter fand persönliche Worte: "Ich persönlich, Hilde, möchte mich bei dir für deine Geradlinigkeit, dein Entgegenkommen und dein Vertrauen in der Stadtregierung bedanken". Sie schloss mit: "Pfiat di Hilde". Als "starke Frau" und "beherzte Kämpferin" bezeichnete sie Gerhard Fritz, Klubobmann der Innsbrucker Grünen. "Wenn einem Hilde Zach irgendetwas schwer gemacht hat, dann sie nicht zu mögen", meinte er.

"Sie war eine großartige Bürgermeisterin, sie war eine große Frau", sagte auch Vizebürgermeister Franz Gruber (VP), der sie außerdem als für die Volkspartei prägende und wichtige Persönlichkeit ehrte. Sie sei eine Respektsperson gewesen, die dennoch für jeden greifbar gewesen sei. Als seine "erste PR-Managerin" bezeichnete sie Rudi Federspiel, der Zach seit den 70ern kannte und in Innsbruck praktisch Tür an Tür mit ihr sein erstes Geschäft, ein Reisebüro, aufzog. Auch er konnte seine Ergriffenheit am Ende seiner Rede nicht verbergen.

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