Verwirrspiel
Griechen uneinig über Rückzahlung ihrer Kredite
"Die Regierung hat eine klare Agenda, wir haben eine vorläufige Einigung darauf, die Hilfskredite von EU und Internationalem Währungsfonds zu verlängern, und das ist alles", sagte ein Vertreter des Finanzministeriums, der nicht genannt werden wollte. Über andere Themen werde nicht gesprochen, insbesondere nicht darüber, auch die Rückzahlung der Anleihen zu verschieben, die in den Händen privater Investoren lägen.
Damit reagierte der Finanzministeriums-Mitarbeiter auf Aussagen des stellvertretenden Regierungschefs Pangalos. Dieser hatte dem Fernsehsender Skai TV gesagt, es könnte Griechenland in der Schuldenkrise helfen, seine Anleihen später zurückzuzahlen. Dabei gehe es möglicherweise nicht nur um die Milliarden-Hilfskredite von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF), sondern auch um die sonstigen Schulden. Haircuts, also eine geringere Rückzahlung der Kredite, solle es dagegen nicht geben. "Ich glaube nicht an Schuldenstreichungen, aber ich glaube an die Verlängerung der Rückzahlfristen für die Schulden", sagte Pangalos.
Hilfskredit über 110 Milliarden Euro
Griechenland hatte im Mai 2010 einen Hilfskredit über 110 Milliarden Euro von EU und IWF erhalten, um die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Im Gegenzug sagte das Land zu, seinen Haushalt unter Kontrolle zu bringen und Wirtschaftsreformen einzuleiten. Die EU- und IWF-Hilfen haben eine Laufzeit bis 2013, allerdings hatten sich die Euro-Staaten bereits im vergangenen Jahr auf eine Verlängerung der Laufzeiten für die Griechenland-Kredite geeinigt.
Diese soll beschlossen werden, wenn über die Reform des befristeten Rettungsschirms entschieden wird. Am Markt besteht allerdings immer noch die Befürchtung, Griechenland könne seine Kredite nicht zurückzahlen.
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